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Der Stoiber der jetzt Seehofer heißt, der hat doch den Ober-Ungarn Orban nach München eingeladen … ist halt Oktoberfest … und der Ober-Ungar Orban hat da gesagt, Merkel, also Deutschland, soll das mit dem „moralischen Im­pe­rialismus“ lassen (ZEIT) … OOPS … watten dat?

Moral, das ist ja eigentlich was Gutes. Gut, es gibt falsche Moral und auch schlechte, aber die nennt man dann unmoralisch.

Imperialismus hingegen ist schlecht, denn der Imperialist will ja sein Imperium mit allen Mitteln und aller Macht ausweiten.

Man nehme was Gutes und was Schlechtes und mache daraus „moralischen Imperialismus“ … dolllll! Merkel, also Schland, will die deutsche Moral aus­weiten, oder so … am deutschen Wesen soll die Welt genesen … Wer kommt denn auf sowas? Man nennt sie Spin-Doktoren. Arthur Finkelstein z.B. ist so einer. Obwohl selbst schwul, hatte Finkelstein nie Probleme damit, für die Re­pub­likaner homophobe Kampagnen im Wahlkampf zu doktern. Dieser Fin­kel­stein hat auch für den Ober-Ungarn Orban gearbeitet. Ob er das immer noch tut, weiß nicht, aber ein „moralischer Imperialismus“ würde gut zu Finkelstein pas­sen.
spect300
Andererseits erinnert mich der „moralische Imperialismus“ auch irgendwie an Melanie Phillips und ihr „virtue sig­nal­ling“ in der TIMES, oder an James Forsyth vor gut zehn Tagen im Spectator. Forsyth hatte folgenden grandiosen Spin auf der Pfanne:

Merkel ist schuld daran, dass der kleine Aylan und viele an­de­re im Mittelmeer ertrunken sind und noch viele ertrinken werden, weil Merkel diese Ertrinkenden wie die Loreley auf dem Felsen mit ihrem sirenenhaften Gesang anlockt. Dazu gab es auch gleich das passende Cover, weil der Spin so gut war. Ko­misch, denn als die Flüchtlinge noch vor Lampedusa ertrunken sind, da hat James Forsyth den Renzi nicht auf den Felsen gesetzt … wahrscheinlich haben die Italiener keine Loreley.

Das ist der Trick der Spindoktoren: Sie leugnen die Tatsachen nicht, sie ver­drehen nicht einmal die Fakten, sondern sie stellen die Fakten nur in einen anderen Zusammenhang, oder reißen sie aus dem Zusammenhang, ganz wie es ihnen passt. Dabei richten sich die Spindoctors am Volk aus, d.h., sie gucken dem Volk aufs Maul, klauen ihm die Worte und stecken diese Worte dem Volk wieder ins Maul, aber gespinnt, verdreht herum. Die Kunst dabei ist, den Spin so erscheinen zu lassen, dass das gestopfte Volksmaul glaubt, es sei selbst auf die verkehrte Idee, die gewendete Interpretation der Tatsachen gekommen. Das ist dann unmoralischer Journalismus.