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nobody war doch gestern (15.09.2015) in Köln beim Staatsschutz, weil er ein Volxverhetzer ist. Schön hamses da im neuen Polizeipräsidium. Ich kannte ja nur den alten Waidmarkt. Überhaupt hat sich Kalk sehr verändert … anyway … ich war zu früh, fast eine halbe Stunde zu früh. Das habe ich dem netten Herrn am Empfang auch gesagt. Er hat mich trotzdem gleich telefonisch angemeldet, aber Frau KOK Vanessa A. hatte wohl keine Zeit. Muss beschäftigt gewesen sein, denn sie hat mich bis 10.58 Uhr warten lassen. Nachdem wir zu Fuß im zweiten Stock angekommen waren und ich ein paar Minuten dort auf dem Bü­ßerstuhl gesessen habe, wusste ich auch warum. Da oben beim Staatsschutz war der Teufel los. In den 20 Minuten meiner „Vernehmung“ hat sich auf dem Flur kein einziges Mal ein Telefon geregt (Türen standen offen, hätte ich ge­hört), kein Publikum … nur geschäftiges Treiben … niente, nada, nigges.

Frau KOK sitzt mit einem Kollegen zusammen in einem Raum. Ist so üblich. Mein Aufenthalt in dem Raum begann damit, dass der Kollege sich zunächst mit Frau KOK über ein Telefonat unterhalten hat, dass er wohl in ihrer knapp zwei­mi­nü­ti­gen Abwesenheit geführt haben muss und zum Ergebnis hatte, dass eine „Zeu­gin“ wohl ein Aussagever­weigerungs­recht hat. Es folgte das übliche Perso­na­lien­geplänkel. Frau KOK wollte meinen Ausweis sehen. Dabei hatte sie den doch dem Bildschirm, dem linken, von mir abgewandten … die sitzen da alle vor zwei Flachbild­schirmen. In einen kurzen Zwischen­disput hat sich dann der Kollege eingemischt. Ich habe den dann gefragt, ob er denn auch an meinem „Fall“ arbeitet, was er bejahte, denn „wir arbeiten hier im Team„.

Es folgte die Frage, ob ich mich zur Sache äußern wolle. Darauf nobody im O-Ton: „Das weiß ich noch nicht, denn ich weiß ja nicht welche Sache.“ Frau KOK: „Das habe ich ihnen doch gesagt, eine Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung.“ nobody: „Das sind Paragraphen, keine Sachverhalte. Falsche Reihenfolge … ich kann mich erst zu einer Sache äußern, wenn ich die Sache kenne.“ Das hat Frau KOK dann eingesehen und mir sogar die aufgeschlagene Akte mit einem Ausdruck einer Seite meines kleinen kosmos rüber geschoben, die die Tatbestände „Volksverhetzung und Beleidigung“ erfüllen sollte. Da musste ich lachen. Ich wollte erst fragen, ob das hier „versteckte Kamera“ ist, habe mich dann aber zu der Frage entschieden, ob Frau V. nicht weiß, was ihre Kollegen auf der anderen Rheinseite über den Anzeigen­erstatter wissen. Sie guckt … ich habe das als „sie stutzt“ interpretiert und schiebe nach „der VS„. Ein Grinsen fliegt über ihr Gesicht und sie antwortet, dass sei nicht der Fall, um den es hier geht. OK, denkt sich nobody, sie weiß es und wie sonst hätte die Akte auch in wenigen Tagen auf gefühlte 40 Seiten anwachsen können.

Dann wiederholt Frau KOK die Frage, ob ich mich zur Sache äußern wolle, was ich bejahe. Es folgen die zwei rechtlich entscheidenden Fragen:
1. Betreibe ich diesem Blog? JA!
2. Habe ich das geschrieben? JA!

Und deswegen locken die mich von Wesseling nach Köln? Nein, in meiner Ein­las­sung könne ich ja sagen, warum ich das geschrieben habe. Ich hätte kurz ant­wor­ten können: „Weil’s wahr ist“, habe dann aber doch etwas ausgeholt und Frau KOK hat mitgetippt. Ein weiterer Zwischen­disput hat erneut den Be­schü­tzer­instinkt des links sitzenden Kol­legen geweckt, denn der wurde nun laut und meinte, ich solle nicht unver­schämt werden. „Wenn Sie sich hören könnten, würden Sie vom Stuhl fallen … nur weil Sie ein paar Semester Jura studiert haben …“ aaah, hat sich nobody gedacht, ein Bildungsneidling … und habe den Herrn Kollegen nach seinem Namen gefragt. Der meinte nun witzig sein zu müssen und sagte: „steht draußen an der Tür„. nobody: „Für Hinweise bin ich immer dankbar“ und bin zum Schild an der Tür gegangen: KHK G.

Wieder auf meinem Stuhl (sehr unbequem, da ist vom Stuhl zu fallen wirklich eine Alternative), ging das Geplänkel noch kurz weiter, in das sich nun auch Frau KOK einmischte: ich würde nicht in der „üblichen Art antworten“ … echt jetzt. Da sitzt jemand und scheißt sich vor der Staatsmacht nicht in die Butzen … na sowas?!

Nun wurde das Protokol ausgedruckt, das ich unterschreiben sollte. Also lese ich … aber Hallo! Spreche ich chinesisch? Zwei von fünf Sätzen konnte ich beim besten Willen nicht einmal sinngemäß meiner Aussage zuordnen. Das kön­ne ich ja streichen, sagte Frau KOK, während ich längst mit Streichen be­schäf­tigt war. Ich könne ja hin­schreiben, was richtig ist. „Nö, Sie schreiben, ich streiche … ist ihr Protokoll!“ Alles neu zu schreiben, dazu hatte Frau KOK kei­nen Bock, also ward nobody entlassen.
Dimitri-Metzler
Nun wollen Sie sicher wissen, um was es geht. Es geht um den Artikel „Putin hilf!“ über Dimitri Metzler (richtig Dmitri Metzler – Дмитрий Метцлер) aus Düsseldorf, der sich beleidigt fühlt. Weil Beleidigung kein Offizialdelikt ist, hat Dmitri Metzler die Belei­digung in eine Volxver­hetzung ein­ge­wickelt. Nun hätte der Staatsschutz das Doppel auswickeln können, die Volks­ver­hetzung als offen­sichtlichen Blödsinn in die Tonne klatschen können und Dmitri Metzler wegen der ver­meint­lichen Be­lei­di­gung auf den Privatklageweg verweisen können, aber dann wäre am 15. September 2015 überhaupt nix los gewesen beim Staatsschutz in Köln.

Wieder in Wesseling finde ich eine Mehl vor von der AG Cybercrime aus Fürs­ten­feldbruck, die nobody wieder mal um Mithilfe bittet. Dort hat es nobody zwar „nur“ mit einem KHM zu tun, aber der ist nett.

Immerhin war mein gestriger Polizeitag nicht ganz umsomst. nobody wurde wieder an den Spruch erinnert: Geh nie zu deinem Fürst, wenn du nicht gerufen würscht … ich wurde zwar gerufen, aber zur Polizei muss niemand gehen. Nächstes Mal bitte ich um staatsanwaltschaftliche Vernehmung. Da sitzt dann wenigstens einer, der hat auch ein paar Semester Jura studiert.