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Manchmal lese ich in meinem eigenen alten Scheiß. Heute auch wieder, um „Flight Path L980“ zu schreiben. Man wird älter und vergißt, vor allem, wenn man so viel pinselt wie nobody. Dabei ist mir die „Erste, vorläufige Berechnung„, mein Artikel vom 17. Juli 2014, in die Hände gefallen, der zweite Senf, den ich dem Thema MH17 zugegeben habe (der erste war „Glückwunsch, 5. Ko­lon­ne!„). In „Erste, vorläufige Berechnung“ schreibe ich:

    Aus der Physik ist dem einen oder anderen der Lehrsatz von der Im­puls­er­hal­tung vielleicht noch bekannt. Gäbe es keinen Reibungs- und Luftwiderstnd, würde die angestoßene Billardkugel ewig weiter geradeaus rollen. Die Ge­schwin­digweit der Boeing ist der Impuls, der an die getroffene Maschine und/oder ihre Trümmer weitergegeben wird. Dabei wirkt der Luftwiderstand auf kleinere Trümmer stärker als auf eine intakt abstürzende Maschine. Die “Wurfweite” der Maschine wäre intakt und ohne Luftwiederstand eine perfekte Parabel(-hälfte) mit einem Scheitelpunkt in Höhe von 10.000 bis 11.000 Meter. Dann läge der Aufschlagpunkt etwa 6.000 bis 7.000 Meter vom Scheitel entfernt (plan projeziert). Angesichts der Ungewissheit über den Zustand der Maschine nach dem Treffer, kommt hier eine “Wurfweite” von 3000 bis 5000 Meter in Be­tracht (vielleicht auch weniger, wenn die Maschine z.B. noch eine funk­tio­nieren Düse hat­te, die ihren ursprüng­lichen Kurs verrissen hätte).

Dazu gab es diese erste Karte:
mh17-1
Aus der Wiki:

    Um 13:20 Uhr befand es sich etwa 7 km nördlich der geplanten Route und nahe der Ortschaft Rossypne, als der Funk­kontakt mit den Fluglotsen ab­brach … Die Überreste des hinteren und mittleren Flugzeugteils wurden größten­teils neben einer Straße bei dem Dorf Hrabowe aufgefunden, der „Haupt­absturzstelle“ etwa 12 km nördlich von Tores (Oblast Donezk) und 8,5 km ostnordöstlich der letzten bekannten Flug­position.

Ach, war ich damals gut! Bringt mich nach Rossypne und ich finde die Stelle, wo die BuK stand … ich weiß, wie Gurken-Igor mili­tärisch tickt … wir haben schließ­lich fast am glei­chen Tag Geburtstag 🙄

Ein Gerät wie die BuK muss bewegt werden, denn nach einem „Schuss“ weiß man, der Feind, in diesem Fall die Ukra­iner, wo die Kiste steht. Kurze Strecken, vor und nach dem Schuss, legt die Kiste zu Fuß, also auf Kette zurück, längere per Tieflader oder Bahn. In Torez wurde eine BuK auf Tieflader ge­sichtet und geknipst. In Snizhne auf Kette. Ich be­haupte, dass der Standort der Buk im Umkreis von keinen 10 km rund um Sznihne war, als sie auf MH17 geschos­sen hat, und zwar nördlich von Snizhne, im Sektor 1. Correct!v war IMHO am nähesten dran.

Ich habe mir das Gelände in Sektor 1 auf Google Maps und Yandex angesehen, leider keine topographischen Karten mit Höhenangaben ge­funden, aber nördlich von Snizhne steigt das Gelände leicht an und es gibt ein bisschen Wald (was dort im Don­bass selten ist), wo ich die BuK verstecken könnte zwischen ihren Einsätzen. Ein Einsatz, soweit bekannt der erste, war am 14. Juli 2014, als die AN-26 kurz vor „Saur Gräber“ abgeschossen wurde. Der zweite Schuss galt MH17. Davor bzw. in dieser Zeit wurden in dieser „Einflugschneise“ nach „Saur Gräber“ mindestens vier SU-25 mit manpads abgeschossen. „Never change a running team„. Die russischen Selbstverbrecher wussten genau, in welche Richtung sie lauern mussten. Wenn die grobe Richtung bekannt ist, dann funzt es auch mit nur einer TELAR und ihrem Feuerleitradar. Wenn man die BuK nach dem Treffer auf die AN-26 nur wenig versetzt, dann kann man diese Ein­stel­lun­gen vom ers­ten Tref­fer wieder ver­wenden.

Der Standort der BuK beim Schuss muss freies Feld sein. Hinter der BuK darf nix unkontrolliert abfackeln, sonst ist die BuK womöglich selbst im Arsch. Dieser Standort muss in der Nähe eines Weges sein, damit die BuK nach dem Schuss verschwinden kann, in einen nahe gelegenen Wald. Dort muss sie ein paar Stunden stehen, um abzukühlen. Heiß ist sie von „oben“ (Satelliten) leichter zu orten.

Diesmal, am 17. Juli war es aber anders als am 14. Juli beim AN-26 Abschuss. Die BuK musste wech! Weit wech! Also nix Kette, sondern Tieflader. Tieflader und BuK sind sich zum Verladeort entgegen gefahren. Der einzig sicher Ort für den Grenzübergang der BuK nach Russland war damals östlich von Krasnodon. Die Buk dorthin zu kriegen, war nicht so einfach. Der kürzeste Weg nach Kuibyshevo war versperrt. Also das nördliche Grenzloch bei Luhansk. Dort war aber die südliche Umgehung wegen der Kämpfe am Flughafen versperrt. Also mitten durch Luhansk.

Aber auch dieser Weg war schwierig, denn von Snizhne dorthin gibt es eine Menge Brücken, unter denen ein Tieflader mit BuK nicht durchpasst. Das war nicht geplant und funzte nach trial and error.

So kann es zu der Odyssee der BuK gekommen sein, die MH17 abgeschossen hat. nobody hätte es so gemacht, aber ich bin ja nicht Gurken-Igor, versuche nur wie er zu denken.

PS: Wer den Gag aus der Überschrift nicht verstanden hat: Snizhne bedeutet Schnee 😎