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Von Wirtschaft und Finanzen habe ich keine Ahnung, deshalb ist nobody dankbar dafür, dass die Süddeutsche Zeitung versucht mir zu erklären, was da in Riga auf dem Euro-Treffen passiert. Vor allem hat mich die Frage interessiert, woher Griechenland eigentlich noch das Geld her hat. Wie gesagt, ich habe keine Ah­nung, aber ich stelle mir das ganz unschuldig mit dem Geldkreislauf vor.

Wenn aus diesem Kreislauf ständig Euro von Griechenland an die EZB oder die anderen Gläubiger überwiesen werden und Griechenland andererseits keine neu­en Euro bekommt, dann muss denen doch das Geld ausgehen. Warum die Grie­chen trotzdem noch Euro haben, erklärt die Süddeutsche so:

    Vereinfacht gesagt, erlaubt die EZB der griechischen Notenbank, auf eigenes Risiko in bestimmten Grenzen gegen Sicherheiten Geld zu drucken und in Um­lauf zu bringen. Bisher sind das 74,5 Milliarden Euro.

Das würde ich ja noch verstehen, aber das ist zu vereinfacht und deshalb auch nicht richtig, weswegen die Süddeutsche weiter erklärt, bzw. das den Bun­des­bank-Chef Weidmann machen lässt:

    ELA ist erlaubt, solange die Banken als zah­lungs­fähig gelten und Si­cher­heiten bieten kön­nen. Seine Sorge, so Weidmann weiter, beruhe darauf, dass „die griechischen Banken nicht alles tun, um ihre Sicher­heiten stärken zu können sondern Kredite an den griechischen Staat über die Ausgabe von T-Bills ver­län­gern“. Diese T-Bills seien nicht akzeptabel, weil sie nicht liquide seien.

Nun verstehe ich wieder nix, was wohl auch die Süddeutsche ahnt:

    Hinter der komplizierten Formulierung steckt folgender Vorgang. Die EZB ge­währt über die griechische Notenbank beispielsweise 2 Milliarden Euro ELA-Notfallhilfe. Gleich­zeitig gibt die griechische Regierung am Markt über drei Monate laufende Anleihen, sogenannten T-Bills aus. Diese T-Bills werden wiederum von griechischen Unternehmen gekauft, die das Geld dafür von den Konten ihrer Banken holen. Damit fließt Kapital ab, das aber über ELA wieder aufgefüllt wird. Weidmann machte deutlich, dass er diese Finan­zierung für sehr gefährlich halte.

nobody weiß nicht, ob das ge­fährlich ist, aber ich weiß, dass das kompliziert ist, zu kompliziert für nobody und deshalb verstehe ich wieder rein gar nix, denn wenn es so wie beschrieben wäre, dann müsste in den griechischen Geld­kreis­lauf über dieses ELA-T-Bill-Gedöns so viel rein­fließen, wie aus dem Kreis­lauf an die Gläubiger raus­fließt. Im Artikel der Süddeutschen wird in anderem Zu­sam­men­hang Schäuble zitiert, aber sein Spruch passt an dieser Stelle besser: „Die Lage ist wie sie ist.“ Ja, das vermute ich auch und hoffe, dass wenigstens Schäuble weiß, welches Rad er da dreht. Ich habe nämlich immer noch keine Ahnung, weil mir das alles zu kompliziert ist.

Außerdem ging es in Riga um den Plan B oder C … nein, ging es nicht, sagt Schäuble, denn „wenn ein verantwortlicher Politiker diese Frage mit Ja be­ant­wor­tet, dann wissen Sie ja,2-way was passiert. Wenn ich Nein sage, weiß ich, dass Sie mir nicht glauben.“ Das verstehe ich, denn das erinnert nobody an das Rätsel mit den beiden Indianern an der Weg­ga­be­lung, von denen der Cow­boy mit nur einer Frage den rech­ten Weg erfahren muss, wobei der Schwarz­fuß-India­ner im­mer lügt und der Weiß­fuß immer die Wahr­heit sagt, aber man nicht weiß, wer wer ist.

Kennen Sie die Lösung? Wenn nicht, dann fragen Sie Herrn Schäuble. Der weiß es: „Die Lage ist wie sie ist.“ Zu kompliziert 🙄