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Langsam tut er mir echt leid, der „Chef-Redakteur“ der Aluhüte vom Zen­tral­or­gan der Verschwörungstheorien. Die Rede ist wieder einmal von Florian Rötzer, der armen Sau, gefangen in seinen beschränkten Phan­tas­te­rei­en, dazu ver­pflich­tet, sich täglich dummes Zeuch zu entsteißen, ohne Hand und Fuß und Sinn und Ver­stand. Heute musste der geistige Nacktmull die rus­sische Atom­waf­fen-Dro­hung an Däne­mark als Segen für die Mensch­heit verkaufen und das gelang dem Troll-Rotzlöffel so:

    Das Geplänkel über den Beitritt Dänemarks zum US-Ra­ke­ten­ab­wehr­system ist mithin Folge eines langen, von den USA forcierten Konflikts. Der Regierung Dä­ne­marks muss es klar gewesen sein, dass dann die Bestandteile des Ra­ke­ten­ab­wehr­sys­tems im Fal­le eines militärischen Konflikts auch zu Angriffszielen Russ­lands werden können. Die Auf­regung ist ein Theater, gehört aber in das Pokerspiel des wieder aufgelegten Kalten Kriegs, der von beiden Seiten kräf­tig angeheizt wird.
    Vanin sagte nur das Offensichtliche, das man wohl in Dänemark gerne ver­schwei­gen würde: „Ich glaube nicht, dass die Dänen ganz die Kon­se­quen­zen verstehen, wenn Dänemark sich dem US-Ra­ke­ten­ab­wehr­sys­tem anschließt.“ Dänemark würde dann zu „einer Bedrohung für Russland“, die Be­ziehungen würden sich verschlechtern. Wenn der dänische Außen­minister Martin Lide­gaard erklärt, diese Warnung sei „inakzeptabel“, dann will er natürlich über die bewusste Provo­kation hinweg­täuschen. Das Ra­keten­abwehr­system ist gedacht, das Gleich­gewicht des Schreckens aus­zuhebeln. Ob das gelingt, ist eine andere Frage, aber wenn es effektiv wäre, würde es auch als De­fen­siv­sys­tem das Gleich­gewicht des Schreckens zugunsten der USA und der Al­li­ier­ten beenden.

2015-03-23 09_02_03-Dänemark, das US-Raketenabwehrsystem und Russlands Drohung _ Telepolis - Opera
Mit Dünnscheiß halte ich es nicht so. Lieber sind mir Fakten:

Russland verfügt zurzeit über 6000 Atomspreng­köpfe, verteilt auf 385 erd­ge­stütz­te Interkontinentalrake­ten, davon nur 140 sta­tionär, der Rest mobil auf Flugzeug, Schiff und U-Boot, d.h. 80% der russischen Atom­macht ist be­weg­lich und entzieht sich damit einem Erst­schlag. Sind es damit Zweit­schlag­waf­fen? Lassen wir die Frage mal offen im Raum stehen.

Nach gegenwärtigem Stand können maximal 20 anfliegende Raketen vom NMS (National Missile Defense) abgefangen werden. Nach Ausbau wer­den es etwa doppelt so viele sein. Richten sich diese Abfangraketen gegen die Zweit­schlag­fä­hig­keit Russ­lands, wie uns Putin und seine Apologeten glauben machen wol­len? 6000 zu 40noch Fragen, Kienzle?

Letzte Klarheit schafft ein Blick auf den Globus. Falls Sie gerade keinen zur Hand haben, nehmen Sie diese Karte:
streit-usraketenschild
Russische, gegen die USA gerichtete Ra­keten fliegen die Polroute und nicht über Europa.

Putin hat im Film „Ich, Putin – ein Portrait“ herzlich darüber gelacht, als ihn Hubert Seipel damit konfrontierte, dass sich der Raketen-Abwehr­schild gegen den Iran richte. Schön, aber warum bastelt Russland selbst an solch einem Schild? Natürlich soll NMS auch gegen die Topol-M aus Russland schützen, die deshalb an der russischen West­grenze spazie­renfahren, weil sie nicht nur die USA erreichen können, sondern schon in Paris runtergehen. Aber gegen diese Raketen ist nach Einschätzung von Fachleuten der geplante Schirm unwirksam (Süddeutsche) und gegen die Iskander-M ist eh kein Kraut gewachsen.