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n-tv fasst schön zusammen, was die russische Medienpropaganda, allen voran RT, an Theorie zum Mord an Boris Nemzow verbreitet:

    Fünf Theorien
    In Zeiten der Sowjetunion gab es eine Wahrheit, auch wenn sie erfunden war. In Putins Russland gibt es davon gleich mehrere. Unter Berufung auf Chefermittler Wladimir Markin verbreitet RT fünf konkurrierende Theorien, die angeblich untersucht werden. Die erste lautet, der Mord sei eine Pro­vo­ka­tion, um Russland zu destabilisieren. Die zweite: Nemzow emuhabe Dro­hun­gen im Zusammenhang mit seiner Haltung zu den An­schlä­gen auf das französische Sa­ti­re­ma­ga­zin „Charlie Heb­do“ erhalten; demnach wären die At­ten­tä­ter islamistische Terroris­ten. Drittens werde nicht ausgeschlossen, dass der Oppositionelle wegen seiner Haltung „zum gegenwärtigen Krieg in der Ukraine“ ermordet wurde – wobei RT ver­schweigt, dass Nemzow Russlands Beteiligung an diesem Krieg angeprangert hatte.
    Für die übrigen Theorien verweist RT nur vage auf Nemzows „geschäftliche Aktivitäten“ und sein Privatleben. Mehr In­for­ma­tio­nen hat der kremltreue russische Privat­sender Life News. Er verbreitet ohne Angaben von Quellen die Theorie, Nemzow könne das Opfer eines privaten Streits um eine Ab­trei­bung seiner ukrainischen Begleiterin geworden sein. Die Nachrichtenagentur Tass schließlich zitiert den Präsidenten der russischen Teil­republik Tsche­tsche­nien, Ramsan Kadyrow, sowie den Chef der rus­si­schen Kommunisten, Gennadi Sjuganow, die beide dunkle Mächte aus dem Westen am Werk sehen. Kadyrow behauptet, westliche Geheimdienste hät­ten mit dem Mord eine Protest­welle erzeugen wollen, Sjuganow sagt, Sank­tio­nen seien den „Feinden Russlands“ offenbar nicht genug, „sie brauchten auch blutige Opfer, um Unruhe im Zentrum von Moskau zu schüren“.