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Kennen Sie Ariadne? Genau, die mit dem Faden. Also diese Ariadne ist schuld. Die hat die Griechen auf das Synonym für Schuldenschnitt gebracht: Kredit mit unbegrenzter Laufzeit (SPon). Und das kam so:
europastier
Die Oma von dat Ariandne war ja die Europa. Die Europa hat mit Europa ei­gentlich nix zu tun, denn sie ist eine ge­bo­re­ne Phoenix und kommt aus dem Li­ba­non 😯 das damals noch Phoe­ni­zien hieß. Diese Europa muss eine ganz schnuckelige Maus gewesen sein, denn Zeus, der griechische Papandeo, also der Götter-Papa war ganz scharf auf die Kleine. So scharf, dass Zeus zum Tier wurde, ge­nau­ge­nom­men zum Stier :mrgreen: Solche Ver­wandlungen waren für Zeus 0 Problemo, denn er war ja ein Gott und hat den Gag öfter gebracht. ledaDenken Sie nur an Leda, die mit dem Schwan … das war auch er, der geile Papandeo. Jedenfalls hat sich Zeus an die Kleine rangemacht und sich von ihr reiten lassen. Nee, nicht auf dem Rücken … irgendwie ist Europa auf den Trichter ge­kom­men, dass auch beim Stier der Schwanz nicht auf dem Rücken ist 🙄 denn ein paar Monate später hat Europa den strammen Minos auf Kreta ent­bunden. Kein BULLSHIT, son­dern BULLRITT :mrgreen: Der Minos war spä­ter für die mi­noische Kul­tur zu­stän­dig, aber da­zu muss­te er erst Kö­nig wer­den und das ist selbst in Grie­chen­land nicht so ein­fach, vor al­lem wenn man Brü­der hat und Minos hat­te wel­che, wenn auch nur Halb­brü­der.

Also hat sich Minos an seinen Onkel gewandt … wobei er gar nicht wusste, dass der nette alte Mann, der am Strand von Kreta faul in der Sonne rumlümmelte, sein Onkel ist. Aber an dem Dreizack hat er den Poseidon erkannt. „Hör ma, Poseidon, ich möchte gern König von Malle … ähh Kreta werden. Kannste mir dabei helfen?“ hat Minos seinen Undercover-Onkel gefragt. „OK, weil du es bist„, antwortete Poseidon generös, „aber du musst mir einen Stier opfern.“ Poseidon war zwar fürs Meer zuständig, sodass ich eher an ein Opfer-See­pferd­chen gedacht hätte, aber irgendwie hatte es Poseidon mit den Bullen, auch später, als er die Pferde scheu gemacht hat … aber ich will nicht vor­grei­fen. „Mach ich„, verspricht Minos, „aber ich habe grad keinen Stier.“ Poseidon ver­dreht die Augen und stöhnt: „Diese Jugend von heute … keinen Stier, aber König werden wollen. OK, ich schick dir einen Stier.“

Den Teil von der Geschichte habe ich nie verstanden. Warum schenkt Poseidon seinem Neffen auch noch den Stier, dem ihm Minos opfern soll? Früher habe ich gedacht, der Onkel will Minos was über dessen Stammbaum stecken, aber jetzt, wo es die EZB gibt, verstehe ich den Gag 😎 Und in der Tat, später am Abend entstieg dem Meer ein Stier, ein toller Stier, so doll, dass sich Minos dachte: „Ich bin doch nicht blöd und mach Souvlaki aus dem Vieh. Damit gründe ich meine eigene Rinderherde.“ Dazu braucht man aber eine Kuh. Diesen Part hat seine holde Gattin übernommen, die Pasiphaë 😯

Das wird Ihnen jetzt vielleicht irgendwie pervers vorkommen, aber in der grie­chi­schen Mythologie war dieses Ding mit der Sodomie total normal … gab ja auch noch kei­ne Vi­deotheken, wo man sich Pornos oder so ausleihen konnte und die­se Pasiphaë war ja eine ganz heiße Schnalle. Das war erblich bedingt, lag ihr gewissermaßen in den Genen, denn ihr Papa war Helios, der Sonnengott. Anyway: auch der Pasiphaë gefiel der Stier des Poseidon … zumindest ein Teil davon O_o und sie war ganz heiß auf das Vieh … aber der Bulle nicht auf Pa­si­phaë. Zum Glück gab es zu der Zeit auf Kreta einen äußerst fähigen Ingenieur, den Dädalus. Den kennen Sie, denn dessen Filius Ikarus hat sich einen be­rühm­ten Sonnenbrand eingehandelt … aber dazu kommen wir noch.

Um diesem Poseidon-Bullen zu übertölpeln, hat sich Dädalus den Vorläufer vom trojanischen Schaukelpferd ausgedacht. Er hat ein paar Latten so zusammen ge­zim­mert, dass es in etwa wie ’ne Kuh aussah … kam nicht so genau drauf an, denn Stiere sind ja un­glaublich kurz­sichtig … und dieses Gestell hat Dädalus mit einem Kuhfell be­spannt. In diese Kon­struktion ist die Pasiphaë rein­ge­stie­gen und der Stier ist über die Schlampe vom Minos drüber gestiegen … wie das ge­funzt hat, wird sich je­der vor­stel­len kön­nen, der schon mal beim Bau­ern so ei­ne Bul­len-Melk­ma­schi­ne in Ak­tion ge­se­hen hat 😳 Wie auch im­mer … hat ge­klappt und neun Mo­na­te spä­ter oder so hat die Pa­si­phaë ei­nen Minotaurus ge­wor­fen. Aber HALLO, was war das für ein trieb­ge­stör­tes Mons­terhalb Mensch, halb Stier … ein Pan­zer­gre­na­dier? Nein, viel schlim­mer, denn die­ser Mino­tau­rus-Halb­stier hat al­les ge­vö­gelt, was nicht bis 3 auf dem Oli­ven­baum war, klei­ne Mä­dels oder Bu­ben, da war die­ser Un­hold nicht wäh­le­risch.
minotaurus
Da hat der Minos, der ja ei­gent­lich der Stiefvater vom Mi­no­tau­rus war, ge­sagt, den ver­ar­bei­ten wir zu grie­chi­schem Schasch­lik. Aber da­ge­gen hat die Toch­ter vom Mi­nos, die Ari­ad­ne, pro­testiert. An­scheinend fand die ihren Halb­stier­bru­der an­fangs ganz nett. Auf je­den Fall hat sich Dad­dy Minos er­wei­chen las­sen und zu Däda­lus ge­sagt: „Dir und dei­nem Be­sa­mungs­ge­stell haben wir die­se Scheiße zu ver­dan­ken, jetzt schau zu, wie du die­sen Ir­ren si­cher weg­ge­sperrt kriegst!“ Zum Glück war Dä­da­lus auch ein gu­ter Ar­chi­tekt und hat sich für den Mi­no­tau­rus das La­by­rinth aus­ge­dacht. Find ich per­sön­lich jetzt was kompli­ziert, ein simp­ler Knast hät­te es wohl auch ge­tan, aber das La­by­rinth hat sei­nen Zweck er­füllt, denn der Mino­taurus, der nur mir sei­nem Schwanz ge­dacht hat, kam da nicht mehr raus.

Allerdings mussten die Kreter ihr Monster einmal im Jahr mit sieben jungen Jung­frau­en und sieben Jungmännern „füttern“ … naja füttern … dem Minotaurus ging es natürlich um Sex 😳 Das wurde den Kretern dann irgendwann zu teuer und deshalb haben sie das Frischfleisch aus Athen importiert. Mit dieser Tribut-Lö­sung waren die Athener aber auch nicht lange ein­verstanden und des­halb ha­ben sie ih­ren Super-Hero, den Theseus, den sie auch Heroes nann­ten in die nächs­te Nach­schub­lie­fe­rung rein­ge­schmug­gelt, da­mit Theseus dem Mino­taurus-Spuk ein Ende setze. Theseus hatte nämlich schon Stier-Erfahrung :mrgreen: Nun war Theseus zwar unglaublich stark und schön, eben heldisch, aber nicht sehr helle in der Birne (Helene … die hat der Depp übrigens auch ge­klaut, wie später der ParisHelene war ’ne Art ero­tischer Wan­der­pokal in der Antike 🙄 ) „Ohne Hilfe kommt der Macker doch nie mehr aus dem Labyrinth raus„, hat sich Ariadne gedacht. „Wer schade um das hübsche Kerl­chen„. Und weil sich Ariad­ne ir­gend­wie ver­antwort­lich und schul­dig fühl­te, weil sie ver­hin­dert ha­tte, dass Brü­der­chen Mi­no­taurus ver­wurs­tet wird, hat sie dem Helden einen Faden ge­dreht … un­glaub­lich laaaang. Das ei­ne En­de vom Fa­den muss­te Theseus an der Tür­klin­ke zum Laby­rinth an­kno­ten und das ande­re En­de an sei­ner Mütze oder so … aber schau­en Sie selbst:

OK, die dritte Version ist jetzt was unglücklich :mrgreen: aber in Wirklichkeit hat das mit dem Meu­chelmord am Monster geklappt. Aus unerklärlichen Gründen waren die Kreter mit diesem Ausgang der Heldenstory nicht glücklich und haben den Dädalus bezichtigt, er habe dem Theseus den Trick mir dem Faden verraten. Damit das Labyrinth jetzt nicht so leer und nutzlos in Knossos rumsteht, haben die Kreter den Dädalus da reingesperrt, samt Sohnemann Ikarus … Sippenhaft. Besonders schlau war das nicht, denn der Dädalus hatte die Baupläne vom La­by­rinth noch im Kopp und hat sich da wie­der raus­ge­schli­chen. Vor­her hat er für sich und sei­nen Fi­lius noch Flü­gel ge­bas­telt … der Typ hat­te echt was auf dem Kasten. Und so sind die bei­den von Kreta Rich­tung Attika ge­star­tet.

Seinem Sprössling, dem Ikarus, dem hatte er vorher noch eingebläut, er solle nicht zu nahe an die Sonne fliegen, denn das mit den Flügeln war doch eine arg provisorische Lösung, aus Federn und Wachs. Aber Sie wissen ja wie Kinder sind: nie hören sie auf die Alten. Und als der olle Helios, der Sonnengott, den jungen Ikarus so im Überschwang der Fluggefühle durch die Lüfte rauschen sieht, da packen ihn Rachegelüste für seine Tochter Pasiphaë, die ja mit Hilfe von Dädalus‚ Gestell von Poseidons Stier bestiegen wurde, und er schickte eine seine berüchtigten Protuberanzen und hat damit dem Ikarus gehörig den Arsch verbrannt.

Und was hat das jetzt alles mit dem Schuldenschnitt zu tun? Na ist doch klar, Mann: Ohne die Ariadne und ihren blöden Faden würde der rettende Held bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Labyrinth umherirren, so lange, wie IWF, EZB und EU jetzt auf die Rückzahlung der Kredite durch Griechenland warten sollen und dafür braucht es einen endlosen Geduldsfaden :mrgreen:

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann mäandern sie noch immer 😛
maeander