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aluhuetchenJetzt setze ich mir mal bewusst den Aluhut auf und spinne ein bisschen herum. Dabei hangele ich mich an den Spinnenfäden entlang, die vom Kreml Richtung Westen, EU, Deutschland ver­lau­fen.

Der Kreml ist ein Haufen faschistischer Nazis. Nazis ist vielleicht das falsche Etikett (obwohl es auf Typen wie Rogosin 100% zutrifft), denn mit Sozialismus haben Putin & Co. nix am Hut. Aber das war bei Adolf dem Einzigartigen ja auch nicht anders. Aus­schlag­gebend ist für mich das Faschistische, der Führerkult, der auf Vladolf Putler baut und um ihn herum ge­baut wurde. Der „Führer“ ist das ent­schei­den­de Merkmal des Faschismus.

Zum Führer wird man nicht gewählt, denn das wäre ja fast noch demokratisch, zum Führer wird man geboren, der Führer ist ein Akt der Vorsehung … je­den­falls muss der spätere Führer davon selbst überzeugt sein. Der Führer muss sich für den Größten halten … mir ist keiner gewachsen :mrgreen: mir kann keiner … klassischer Fall von Größenwahn.

Einen solchen Größenwahn wird man Putin kaum absprechen können. Wer sich mit dem Rest der Welt (abgesehen von Juntas in China, dem Iran und Clowns wie Assad und dem Freak in Nordkorea) anlegt, der muss größenwahnsinnig sein. Größenwahnsinnig ist auch derjenige, der Kriege wie Latten von seinem Zaun bricht, weil er in Kriegen ein probates Mittel zur Durchsetzung seiner Ziele sieht. Aber welches Ziel hat Putin? Was verfolgt Putin? Falsch, wen verfolgt Putin?

Einen Geist, das Gespenst namens Eurasien. Der eurasische Gedanke ist ja kein neues Hirngespinst des neuen RasPutins am Hofe des Zaren, sondern
Dugin-eura
Alexander Dugin, der geistige Vorturner von Vladimir Putin, hat das von Wla­di­wos­tok bis Lissabon reichende Eurasien nur wiederentdeckt. Bei der uralten Su­che der Slawen nach einer geistigen Verfassung stößt in der Schweiz ein Rus­se namens Lenin auf in England lebende Deutsche Marx und Engels und hat da­bei den Kommunismus als das Instrument entdeckt, mit dem er und in seiner Nach­fol­ge Stalin die schreck­li­che Herr­schaft des Iwan (IV.) wieder er­rich­ten konn­te. Die Roten Zaren im Kreml waren bis vor 30 Jahren ein geflügeltes Wort.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, der sich als völlig untaugliche Staats- und Gesellschaftsverfassung entlarvt hatte, torkelten die Russen eine Zeitlang buchstäblich wie besoffen umher. Jelzin war das lebendige Symbol des trunkenen Russland, mit dessen bärig entfesselten Raubtierkapitalismus na­tür­lich auch kein Staat zu machen war. Das haben selbst die erkannt, die sich nach 1990 schamlos am Eigentum des russischen Volkes bereichert haben und deshalb keine Einwände gegen den Zuchtmeister, den Bären-Dompteur Vladimir Putin hatten, den der besoffene Jelzin in der Art der Zaren zu seinem Nach­fol­ger bestimmte.

Putin war zu der Zeit kein nobody, wie häufig behauptet wird. Vlad kam nicht aus dem Nichts, sondern hat für Jelzin den KGB wieder aufgebaut und gegen des­sen Ende für Jelzin die Geschäfte geführt, wenn Boris wieder besoffen unter dem Tisch lag. Der Zarewitsch Vlad. I hat sich langsam angeschlichen und un­ent­behr­lich gemacht. Das mit dem KGB/FSB war ein genialer Schachzug von Vla­di­mir. Zum einen war das sein Hand­werk, das er im Kalten Krieg in Dresden ge­lernt und ausgeübt hat und zum anderen war dem Verehrer von Katharina der Großen klar, dass das Riesen-Russen-Reich nicht ohne drastischen Ge­heim­dienst geführt werden kann.

Nun soll keiner so naiv sein zu glauben, dass sich ein Geheimdienst auf das In­land beschränkt … schließlich war das alte Netzwerk noch da und Ge­heim­dienst­ler wie Putin müssen gut vernetzt sein. Das alte Netzwerk aus Dresdner Tagen war noch da und funktionierte jetzt ohne Grenzen sogar noch besser. Dieses Netzwerk, nennen wir es wie Alexander Dugin5. Kolonne„, geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. So sieht es jedenfalls Dugin, der die ebenso simple wie geniale Idee der Soft Power hatte, von der auch Putin so gern spricht. Russland braucht nicht nur einen Geheimdienst, sondern Geld und Ideen. Beides gab es im Westen und Westen ist von Russland aus gesehen Europa und für einen Russen (nicht nur Putin) ist Europa gleichbedeutend mit Deutschland. Dugins Plan: Holen wir uns Deutschland, dann haben wir Europa und damit Geld und Ideen.

Noch älter als der eurasische Gedanke ist die Idee, Europa könne aus der Mitte heraus von einer Allianz zwischen PRussia (Preußen) und Russia be­herrscht wer­den. Das ist seit Katharina der Großen nicht aus russischen Köpfen zu schla­gen und nicht zuletzt waren seit ihr die deutschen Kaiser und die rus­si­schen Zaren Blutsverwandte.nato-eu Aber so funk­tioniert das Deutschland im Nach­kriegs-Eu­ro­pa nicht mehr, zumindest nicht West­deutsch­land, das fest in die eu­ro­pä­ische und nicht nur über die NATO auch in eine trans­atlantische Allianz zu den USA ein­ge­bun­den ist. Die al­ten natio­nalen Gedanken wa­ren der Euro­päischen Idee ge­wi­chen und es gab keine ernst­zunehmende politische Kraft in Deutschland, die als Hebel da­für hätte dienen können, den Zacken Deutschland mit Soft Power aus der Kro­ne Eu­ropa zu brechen.

Putin (und Dugin und dessen eurasische Kumpanen) haben Europa zwar nie be­grif­fen, aber geahnt, dass nur nationale Bewegungen den europäischen Spalt­pilz abgeben können, um im Ergebnis Deutschland wieder „richtig“ zu polen. Wie züchtet man nationa­listische Spalt­pilze, wenn es den zu Spaltenden so/zu gut geht? Mit den Dumpf­backen von der NPD war ja nix anzufangen. Что делать?, hat schon der olle Lenin gefragt.

Manchmal hilft der Zufall und so ist den Strategen im Kreml die Lehman-Pleite vor die Füße gefallen, aus der dann mit Hilfe Griechenlands die Euro-Krise wur­de und wie bei Lehman war auch dabei eine amerikanische Bank beteiligt, Gold­man Sachs, deren pfiffige Rechenkünstler aus Schulden Gut­haben ge­macht ha­ben (ZEIT). Damit löste dieses Got­tes­geschenk gleich zwei eurasische Prob­le­me auf einen Schlag: EU und USA, denn es zeig­te aus der Sicht des Kreml, dass West­europa mit seinem Euro von den USA mit dem Dollar abhängig ist. Lehman reißt die USA runter und die USA dann in der (russisch logischen) Folge Europa. Ergo muss sich die EU (sprich/denke Deutsch­land – siehe oben) von den USA lösen und Russ­land bie­tet sich gleich als neuer eurasischer Part­ner an. Leider gab es noch ein weiteres Problem mit Deutsch­land. Während überall in Europa die na­tio­na­listischen Bewegungen wie die Spaltpilze aus dem Boden schossen und Pu­tin auf den Leim gingen (UKip, Vlaams Belang, Front National etc.), wollte in Deutsch­land partout nix sprießen.

Da kam die AfD ins Spiel. Aus Euro-kritisch wurde EU-kritisch, wurde na­tio­na­lis­tisch und jetzt ist die AfD auf den PEGIDA-Zug ins isla­misierte Abend­land auf­ge­sprun­gen. AlexanderGauland Der Kontakt zwischen der AfD und dem Kreml, der seit min­des­tens Au­gust 2014 be­steht (SPon, WELT), woll­te zu­nächst nicht rich­tig in Gang kom­men, weil nicht der Gau­lei­ter in der AfD das Sa­gen hat­te, son­dern der „Idea­list“ Lucke. Al­so muss­te das im makro­ökonomischen Fahr­was­ser des Anti-Euro rum­düm­peln­de, Mas­sen nicht über­zeu­gen­de Boot AfD in seich­tes Ge­wäs­ser bug­siert wer­den. Wie schon bei den an­de­ren eu­ro­pä­ischen Dumpf­backen bot sich dafür der Softpower-Rechts-Außen­bord­mo­tor Islam an, die an­geb­liche Is­la­mi­sie­rung des Abend­lan­des.

Der Köder, der die Massen ins Netz der AfD locken soll, heißt PEGIDA. Wie aus dem Nichts latschen plötzlich 15.000 Wutbürger und mehr durch ein Land, das die letzten 25 Jahre keine anständige Demo mehr auf die Beine stellen konnte, denn im wieder ver­einigten Deutschland wurden Demon­strationen von der Love­pa­rade und dem CSD abgelöst.

Der Fischzug der PEGIDA musste natürlich propagandistisch auf- und vor­be­rei­tet werden, sonst hätte keine Sau verstanden, was die Lügenfresse mit „Lü­gen­pres­se“ meint. Und diese angebliche Lügenpresse war ein großes, wenn nicht das größte Problem für die eurasische Soft Power des Kreml, denn die wür­de über kurz oder lang das putinsche Mimikri entlarven, so wie das Netz die Grü­nen Männchen auf der Krim und die BuK, die MH17 vom Himmel über dem Don­bass geholt hat, ent­larvt hat. Also muss­te das Wir-Volk von seiner Presse ab­ge­kop­pelt werden. bachmann-bild-hitlerWie ge­sagt, dafür reicht nicht, dass ei­ne kriminelle Nazi-Lü­gen­fres­seLü­gen­pres­se“ grölt. An­stel­le der Lü­gen­presse muss­te es zu­erst alter­native Me­dien ge­ben, die Nicht-Lü­gen­pres­se, auch Prawda-Medien ge­nannt, der „fehlende Part“ von RTdeutsch, Sputnik (vor­mals RIA Novosti auch auf deutsch) und natürlich die (inzwischen umgezogenen) Netzrussentrolle von Olgino.

Das Netz ist wichtig. Über das offene westliche Netz lassen sich die für Kom­men­tare offenen westlichen Medien sturmreif schießen für Parolen wie „Lü­gen­pres­se„. 150-russ-trollMit penetranter Hartnäckigkeit, Chuzpe und sich ständig wie­der­ho­len­den Textbausteinen hat Pu­tins 5. Kolonne zuerst den russischen Krieg ge­gen die Ukraine vernebelt, um seit Kur­zem Richtung PE­GI­DA rechts zu schwen­ken … die ärmste (im Geiste) PEGIDA, die so schlecht in der Lügenpresse weg­kommt. Man kann das nicht nur in den Kom­men­tar­be­rei­chen der deutschen Leid­-Me­dien nach­voll­zie­hen, son­dern auch in den Kreml-fi­nanzierten „Al­ter­na­tiv“-Medien, den of­fiziel­len wie Stimme Russ­lands, wie auch den in­of­fi­ziel­len wie der Pro­paganda­schau und ähn­lichen Nach­denk­seiten. Mit die­sem noch­ma­li­gen Rechts­schwenk pro PEGIDA in diesen Wahrheits-Medien geht ein Schwenk der PEGIDA einher, der überhaupt nicht rich­tig wahr­ge­nom­men wur­de. Kurz be­vor die häss­liche Hitler­fratze des Lutz Bach­mann auf­ge­fal­len ist, hat dieser sein altes 19-Punkte-Programm auf 6 Punkte kon­zentriert und dabei einen na­gel­neu­en 5. Punkt untergejubelt: Russland. Die Pöhsen da oben sollen doch end­lich mit der Kriegstreiberei gegen das arme, unschuldige Russland aufhören. Wörtlich:

    5. Wir fordern ein Ende der Kriegs­trei­be­rei unter anderem gegen Russ­land und ein fried­liches Miteinander der Europäer ohne den zu­neh­men­den Verlust der Autori­tät der [nationalen] Landes­parla­mente der ein­zel­nen EU- Staaten durch irr­wit­zige Kon­trol­le aus Brüssel.

Das hat zwar überhaupt nix mit der Islamisierung und Abendlandes zu tun, wes­we­gen (Bach-)manN es nicht gleich am Anfang und im Anfang der Kreml-vor­ge­ge­be­nen Agenda unter­bringen konnte und kann, aber das ist der echte In­halt des trojanischen PEGIDA-Pferdes, aus dem schon vorher das absurde Pla­kat „Putin hilf uns!“ bei einem „Spazierritt“ raushing. Diese bemerkenswerte Pro­gramm­än­de­rung der PEGIDA kam in dem Moment, als die Nazis in der AfD den Dia­log mit der PEGIDA wie gesucht auch gefunden hatten … oder sollte im Klar­text nicht stehen „den Schulterschluss„? Wie reibungslos zu­sam­men­wächst, was aus Kremlsicht zusammengehört, zeigt die Pres­se­mit­tei­lung der AfD-Frauke, die ca. drei Stunden vor Bachmann von dessen Rück­tritt wusste 🙄 Und schwupps tut sich auch was bei der AfD, die nun den Schwerpunkt mehr auf Anti-Islam legen will (SWR). Spannend …

1-luckeNoch spannender wird es aber in den kommenden Monaten bis zum Wechsel an der AfD-Spitze. Gegen Ende 2015 soll die AfD nur noch einen Vor­stand haben. Lucke glaubt, das wird er :mrgreen: Wird er aber nicht. Der Euro-Erb­sen­zäh­ler wird in den kom­men­den Monaten sys­tematisch und alternativ­los weg­gemobbt werden. Wer dann die AfD führt, falls es sie bis dahin überhaupt noch gibt, steht noch in den Sternen. Frauke PetryIch tippe nicht auf den Gau­leiter, denn für diesen Spaß-Troll wäre das zu an­strengend, zu sehr mit Arbeit verbunden. Ich tippe auf die fa­na­ti­sche Betschwester Frauke Petry. Der KGB liebt verkrachte Existenzen und Des­pe­ra­dos, die als Socken­puppen an den Spin­nen­fä­den aus Moskau wie Ma­rio­net­ten nach Putins Pfei­fe tanzen. Finanziell, wirtschaftlich oder sonst wie Un­abhängige sind nicht so leicht gefügig zu halten.

Apropos unabhängig von Geld: „Folge der Spur des Geldes„, das gilt für jede piovra, nicht nur das Netz der Mafia. Was die PEGIDA in den letzten Wochen aufs Parkett gelegt hat, das kostet eine Stange Geld. Demos mit Bühnen, Ver­si­che­rung usw. gibt es nicht umsonst. Woher hatte Lutz Bachmann das Geld?