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Putin-lange-NaseHeute in der FAZ: „Putins Lügen„:

    Ein Kollege, der ein paar Jahre in Russland lebte, erzählt, dass russische Freun­de ihn öfter erstaunt angesehen hätten, wenn er ihnen berichtete, was andere ihm erzählt hatten. Warum glaubst Du den Leuten, fragten die Freun­de dann. Und der Kol­le­ge fragte verdutzt zu­rück: Warum denn nicht? Antwort: Weil es ge­nau­so wahr­schein­lich ist, dass sie Dich be­lü­gen wie dass sie die Wahr­heit sa­gen.
    In unseren Ohren klingt das zynisch. Aber in russischen? Schon in sow­je­ti­schen Zeiten war öffentliches Lügen an der Tages­ordnung. Die größte Zei­tung, das Organ der Kommunistischen Partei, hieß Prawda, „Wahr­heit“. Den meisten Leuten muss klar gewesen sein, dass sie darin nach Strich und Fa­den belogen wurden, aber sie nahmen es hin. Alexander Sol­schenizyn stemm­te sich dagegen. Er verfasste einen Appell: „Lebt nicht mit der Lüge!“ Der Schriftsteller verlangte nicht etwa, dass die Leute auf die Straße gehen und die Wahrheit herausschreien. Sie sollten einfach nur aufhören, privat „das zu sagen, was wir nicht glauben“. Die Sowjetunion überlebte den Appell um ein Vierteljahrhundert.
    Inzwischen bewundern Russen es sogar, wenn man mit Lügen zum Erfolg kommt. Ein guter Politiker ist einer, der gut lügen kann und sich durchsetzt. Putin kann gut lügen, das hat er beim KGB gelernt. Als Spion war Lügen, Täu­schen und Tricksen sein Beruf. Als Präsident beschäf­tigt Putin eine große Lü­gen- und Pro­pagandamaschine. Und jetzt kann er es sich sogar leis­ten, hin und wieder aus der Rolle zu fallen: indem er offen zugibt, dass er gelogen hat. Der Präsident zwinkert seinem Volk zu – und das Volk zwinkert zurück …

Im Artikel wird ein Teil von Putins Lü­gen fein säuber­lich seziert. Sehr Le­sens­wert. Und einige Russen-Troll-Kommentare richtig witzig :mrgreen:

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