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putin1996Im Artikel „Troll der Trolle“ habe ich be­reits Putins Datschen-Mafia in St. Petersburg erwähnt. Damit weiß nicht jeder etwas anzufangen, deshalb ein paar Erklärungen:

1996 hat sich Vladimir Putin (so sah er 1996 aus – ohne freundliche Genehmigung der CIA :mrgreen: ) mit alten Freunden vom KGB und aus Studienzeiten zusammen getan, um Grund­stücke am Komsomol See bei St. Peterburg zu kau­fen und dort ihre „Schrebergärten“ anzu­legen. Daraus wurde das berühmte коопе­ра­тив Озеро, Das Datschen-Kollektiv „See“, das auch in die­ser ZEIT-Gra­fik an­ge­spro­chen wird. Die Ge­nos­sen(schaft­ler) von da­mals und heu­te ha­ben heute al­le ho­he Re­gie­rungs­pos­ten inne und der Grün­der der Datschen-Mafia ist ja be­kannt­lich schon was län­ger der Prä­si­dent Russ­lands (die FAZ zur Putins Dat­schen-Mafia).

Wolodin2Nach diesem Mus­ter hat auch der Troll der Trolle, aka Herr des russischen Internets, ali­as Wjatscheslaw Wolodin (hier mit Putin und Med­we­dew), sein eigenes Dat­schen-Kol­lektiv ge­gründet und zwar in Lesh­kovo (Istra Bezirk), nahe Moskau. Dort werden die Schreber­gärten noch ge­baut. Ist zwar Natur­schutz­gebiet, aber das ist Putins See bei Putin­grad ja auch. Die neue Datschen-Ma­fia nennt es „Kiefer„. Op­posi­tion und Me­dien, soweit sie nicht unter der Kontrol­le des Ober­trolls stehen, haben Wo­lo­din nach­ge­wiesen, dass er sein Grund­stück durch Kor­rup­tion be­kom­men hat. Er ver­dient nach of­fiziellen Angaben des Kreml im Jahr durch­schnitt­lich 6,5 Mio. Rubel, konn­te aber 350 Mio. Ru­bel für sei­ne bei­den Grund­stücke auf den Tisch blättern. Wo­lo­din hat das dann spä­ter da­mit er­klärt, dass er Öl- und Gas-Aktien verkauft hat, aber wie er an die Ak­tien im Wert von 350 Mio. Rubel gekommen ist, hat er nicht erklärt. Er wird wohl sehr sparsam sein.

Aufgedeckt hat den Korruptions-Skandal übrigens Alexei Nawalny. Das ist zwar ein schrä­ger Neo-Nazi, aber das än­dert nix an seinen Ent­hüllun­gen, Nawalny in seinem Blog veröf­fentlicht hat. Das Material der Ent­hüllungen stammt teil­weise von den Hackern, die jetzt auch die Troll-Höhle demaskiert haben und von de­nen auch das Ma­terial stammt, dass die Süddeutsche benutzt.

Wie sieht denn so ein Schrebergarten aus? Hier ein Überblick:
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Wolodins Grundstücke (es sich rechtlich be­trachtet zwei) habe ich rot ein­ge­kastet. Und so soll es mal aussehen, wenn die Schrebergärten fertig sind (Modell) …
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… hier nochmal die kleine Hütte von Wolodin aus anderer (Modell-)Sicht:
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Tja, was soll ich sagen, ohne neidisch zu klingen: Macht korrumpiert.