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Am 30. Januar 2014 habe ich meiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es „Tunesien geschafft hat„, die erste echte Demokratie in einem afrikanischen, islamischen Land geworden ist. Und genau an diesem 30. Januar ist etwas passiert, was mich nun wieder zweifeln lässt. Aber der Reihe nach. Hören sie sich zuerst diese Interview an. Es lohnt sich, ganz unabhängig vom Thema meines Artikels und seinem Anlass (© WDR):
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Wäre da nicht der seltsame Name Amel, manN könnte meinen, die Dame sei Deutsche. Ok, sie hat in Deutschland studiert, was typisch Weibliches … Maschinenbau 😯 😆 und … OMG: sie ist mit einem Deutschen verheiratet 😛 Aber Amel Karboul könnte dieses Interview auch noch in sechs weiteren Spra­chen so geben. Amel Karboul ist 40 Jahre alt, hat zwei bezaubernde Töch­ter, leitet ihre eigene weltweit agierende Beratungsfirma (in der ihr Mann nur An­ge­stell­ter ist :mrgreen: ), berät Unternehmen wie Mercedes Benz, Lufthansa usw. und ist nebenbei Chefin eines Ladens mit Zigtausend Mitarbeitern, der für ihr Land 6% des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Amel Karboul ist Tou­ris­mus-Mi­nis­te­rin von Tunesien.
2014-02-02 09_44_56-Tourisme Tunisie _ Agenda du Ministre
Am 30. Januar hat sie entnervt ihren Rücktritt eingereicht, weil ein nicht nur islamistischer Shitstorm über sie herein ge­brochen ist. Was ist passiert? In ei­nem ver­alteten Lebens­lauf auf ihrer Webseite verrät Amel, dass sie mal in Israel war. Ist schon paar Jahre her, aber Israel ist für ara­bische Staa­ten, selbst wenn sie, wie Tune­sien, gar nicht ara­bisch sind, des Teu­fels, die Hölle, No-Go. Im Rahmen eines Pro­gramms der Ver­einten Na­tionen für palästi­nen­sische Ju­gend­li­che wollte Amel nach Gaza und hat ei­nen Flug über Tel Aviv/Is­rael ge­nom­men. Auf dem Flug­hafen Ben Gurion wurde sie durch is­raelische Sicherheits­be­am­ten sechs Stun­den be­fragt und schließ­lich wur­de Amel die Ein­rei­se nach Is­ra­el und so­mit die Weiter­reise ver­bo­ten. Ihr Trai­ning konn­te nicht statt­fin­den. Aber selbst die­ser Auf­ent­halt auf dem inter­na­tio­nal fast neu­tralem Boden eines Flug­hafens in Israel reicht aus, um ei­ne Mus­limin für viele ihrer ver­bohr­ten Lands­leu­te als Mi­nisterin un­trag­bar zu machen, und sei sie noch so sehr qua­li­fi­ziert. Zum Glück hat Tune­siens Über­gangs­präsident Mehdi Jomaa den Rück­tritt von Amel nicht an­genommen (Al Arabiya). Und jetzt mache ich mal was ganz Bö­ses, Amel, um dich gegen den Quatsch im ei­genen Land ab­zu­här­ten und ver­ra­te dei­nen be­scheuer­ten Lands­leuten, dass du Muslimin mit deinem Mann und den Mädels Weih­nachten 😯 fei­erst, so mit Weih­nachts­baum und al­lem drum und dran (im Video ab 15:05 min. zu sehen).

Amel halt durch! Amel Karboul 4 President!

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Gefunden bei CICERO und dann selbst weiter recherchiert.