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a-cohenVor drei Monaten habe ich in „Wenn Frauen fur­zen“ Vorfreude auf den Film „Belle du Seigneur“ ver­spürt. Da kannte ich ihn noch nicht. Jetzt ken­ne ich ihn. Sie ist wirklich schön, diese Natalja Wodjanowa, aber ihr schönes Bild hätte mich stutzig machen müssen. Ist sie nicht viel zu jung für die Ariane d’Auble aus Albert Cohens Ro­man­vor­lage “Die Schöne des Herrn”? Leider hatte ich da nur Augen für sie und hab mir nicht den Herrn Solal angesehen. Der ist ja relativ noch jünger (gespielt von Jonathan Rhys Meyers). Was hat das mit dem Buch zu tun, was ist daran Adaption. Da hat je­mand das „Schöne“ im Buch aber gründlich miss­ver­stan­den. So schön muss Ariane gar nicht sein. Es geht um eine andere Schönheit, die falsche Schönheit des Manierismus, das künsteln menschlicher Beziehung, vor allem zwischen Mann und Frau. Für mich muss Ariane d’Auble immer aussehen wie die schöne Mme Morillot. Ich weiß noch wie heute, wie es war, als ich ihr am 25. November 1983 zum ersten Mal begegnet bin. Kühl und leicht angewidert von meinem geilen Blick auf ihre leicht rubenshaften Formen fletzte sie auf künstlich zufällig drapierten blauen Samt, zeigte mir die unter­kühl­te Schulter und beobachtete mich gelangweilt aus den Augenwinkeln … Nimm mich sofort … wenn du vorbeigehst, wirst du mich nie bekommen, keine zweite Chance … Da habe ich sie an der üppigen Taille gepackt und zur Kasse geschleppt: 39 D-Mark … ein Schnäppchen, denn das Original hat damals schon umgerechnet 1 Million Euro gekostet …
Morillot
Heute dürfte Mme Morillot zwischen 7 und 10 Millionen Euro kosten. Die Rede ist natürlich von diesem Bild von Tamara de Lempicka, das Porträt der Mme M., dass vor 30 Jahren den Umschlag des Meisterwerks schmückte. Von der Fas­zi­na­tion des Bildes und des Buches werden Sie im Film nix wiederfinden. Das ist eine klebrig-süße Schnulze, vielleicht noch ein guter Werbefilm. Für Parfüm könnte manN Schnipsel nutzen, oder Rasierklingen-Reklame, auf jeden Fall als flimmernden Reisekatalog für Urlaub an der ligurischen Küste. Na, so habe ich wenigsten das bonbon-farbene Camogli wiedergesehen … nur wie kriege ich jetzt wieder den klebrigen Bonbon-Geschmack aus meinen Augen? Ich muss das Buch lesen!