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Sie müssen sich nicht per Email mokieren. Das geht auch hier, per Kommentar, ganz offen. Richtig, das hätte ich auch auf der ZEIT online machen können … aber wären meine deutlichen Worte auch dauerhaft freigeschaltet worden/ge­blie­ben? Wohl Caum! Angesichts wessen „erwarten Sie nicht wirklich, dass Sie sich mit eventuellen Argumenten inhaltlich auseinander setzen, oder?“ Doch! Kollegen Ihrer Zunft haben wenigsten versucht, sich bei mir schlau zu machen und nicht bloß in Silben daher gestelzt. Was sind denn Ihre Argumente? Ich darf doch zitieren ohne dass Sie oder Ihre Brötchengeber mir gleich U+C auf den Hals hetzen:

Hoffnung für die Abgemahnten ist nicht in Sicht.“ Hoffnung auf was oder wen. Auf Ihre kostbaren Ratschläge, die dabei helfen sollen, dass das sauer ver­dien­te Weihnachtsgeld von Ahnungslosen in den Brieftaschen von Anwälten ver­schwin­det, wie einst das brief fee der Guineas in den „Klingelbeuteln“ auf den Rücken der Barrister. Sie wissen doch, warum Anwälte Roben tragen? Geld stinkt zwar nicht, aber es macht schmutzig und deshalb sollten Barrister in Old Bailey nicht offen bezahlt werden, keine festen Honorare, sondern ex gratia. Deshalb saßen und sitzen bis heute die Mandanten (die sich aus der Hand Gebenden) hinter den Schwarzkitteln, damit die armen Sünder den vor der Bar (so heißt die Anwaltsvereinigung bis heute) Sitzenden die Münzen in deren Geldsack auf dem Rücken werfen konnten. Nur waren diese Büttel (oder Beutel) aber bald so geschickt im Wiegen und Messen dessen, was auf ihrem Rücken klapperte, dass sie dem Deliquenten erst dann den Rücken stärkten, wenn es stark in ihrem Rücken klingelte. Übrig geblieben ist davon auch bei uns der nach Seide (oder Münzen) glänzende Besatz von Anwaltsroben, dessen Bedeutung heute keiner mehr kennt, wie auch keiner mehr weiß, warum Matrosen Kragen tragen … wieder was gelernt? Sie können das gemeinfrei in Ihrem Bildungblatt für höhere Schichten verwenden, die keine gequirlte Kacke in den Mund neh­men.

RA Sebastian hat „Klarnamen“ beantragt? Sind denn alle Surfer „under cover“?

… Gutachten eingereicht, in dem eidesstattlich versichert wurde, die IP-Adressen seien mit einer Software protokolliert worden …“ Gutachten gab und gibt es, sogar mehr als eins, aber was hat das mit der bekannten Ei­des­statt­li­chen Versicherung zu tun, oder ist die in Ihren verständigen Augen ein „Gutachten„?

Im Kern geht es darum, dass es nicht so einfach ist, IP-Adres­sen beim Strea­ming zu protokollieren …“ Einfach? Das geht überhaupt nicht, oder die NSA war’s.

All das aber führt noch nicht dazu, dass die Abmahnungen unwirksam sind. Sie werden es nicht einmal, sollte die Staatsanwaltschaft Köln ein offizielles Er­mitt­lungs­ver­fahren einleiten und zu dem Schluss kommen, dass das Gut­ach­ten zu GLADII Blödsinn ist. Selbst dann gilt noch immer der Gerichtsbeschluss und die Kanzlei U+C kann weiter abmahnen …“ Ja isses denn die possibility. Jeder Abmahnspezialist erkennt mit den Hühneraugen, dass die Abmahnungen un­wirk­sam sind, denn der Hinweis darauf, dass sie zumindest im Fall der Stö­rer­haf­tung übers Ziel hinaus schießen, ist falsch (formuliert).

Er [der Beschluss des LG Köln] muss erst vor Gericht angefochten und in einem ordentlichen Verfahren aufgehoben werden.“ Ordentlich? Und warum regelt das dann das FGG … ok, das sind Feinheiten, die muss manN nicht kennen …

Der IT-Anwalt … hat dazu eine sogenannte negative Feststellungsklage ein­ge­reicht, die der erste Schritt ist, um den Beschluss anzufechten …“ So, so, der erste Schritt … nöö, geht auch ohne, einfach das Wort Beschwerde (und das Aktenzeichen) auf ein Stück Klopapier schreiben und bei Gericht abgeben. Und Ihr IT-Anwalt sollte sich mal Gedanken über die Zulässigkeit der (fort­ge­setz­ten?) negativen Feststellungsklage machen. Vielleicht hat die ZEIT einen Justi­ziar, der Ihnen das Kryptische erklärt. Und „Ihr Staatsanwalt“, der meint, von allen Zweifeln unberührt blieben die „erschwindelten“ Beschlüsse des LG Köln, der sollte sich zu Herzen nehmen, was ich bei Professor Flume im ersten Se­mes­ter gelernt habe: Paragraphen bis zu Ende zu lesen, denn dann stößt er vielleicht auf den Satz: „Die Vorschriften zum Schutz personenbezogener Da­ten bleiben im Übrigen unberührt.“ Grundrechtsverletzung in mittelbarer Tä­ter­schaft durch die Justiz …. nicht unbedingt was Neues, aber dass das kein Restitutionsgrund sein soll, damit betritt die StA Neuland … aber da befinden wir uns ja sowieso, geleitet von uns Angie.

Soll ich weitermachen mit der gequirlten Scheiße? Nein, nur noch der Gipfel:

Den Betroffenen bleibt also nichts übrig, als sich jeweils einen Anwalt zu neh­men und gegen die Abmahnung vorzugehen.“ Das Anwalts-Ping-Pong geht auf … Doch, es gibt eine Alternative: Hirn einschalten … oder Fernseher aus­schal­ten, denn jedes moderne TV-Gerät mit USB-Ausgang und HbbTV ist Tat­werk­zeug. Wenn Sie das nicht verstehen, dann lesen sie es bei Prof. Härting nach.

BTW: Wie kommen Sie darauf, dass ich (noch) Anwalt bin? Kennen wir uns von früher? Nein, ich bin Jurist und das werde ich bis zur Bahre immer bleiben, so­gar ein sauguter, wie ich stolz behaupten darf, aber mit Formularen habe ich nix mehr am Hut, die Robe an den Nagel gehängt, bin ausgestiegen, muss nicht mehr lügen, will nicht mehr lügen, erst recht nicht für Andere, darf jetzt mit meinem ungewaschenen Schnabel das Nest beschmutzen … herrlich … erlösend!

Mit allerehrlichsten Grüßen und Wünschen zu einer friedlichen Weihnachtszeit

untrigst Ihr nobody