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404Langsam kommt Licht in diese dunkle Abmahnkiste, die da von den Anwälten Urmann + Collegen (U+C) in Regensburg gezimmert wurde, denn jetzt wurden im Netz der Beschluss des LG Köln veröffentlicht, die zugrunde liegende An­trags­schrift und eine ei­des­statt­liche Versicherung zur Glaubhaftmachung. Vorweg was „Lustiges„: Das Land­ge­richt Köln hat die Antragsschrift miss­verstanden und spricht deshalb von Filesharing:

    Durch das öffentliche Zugänglichmachen des geschützten Werkes zu den aus der Anlage ersichtlichen Zeitpunkten über eine sog. Tauschbörse liegt zudem eine Rechtsverletzung i.S.v. 19a UrhG vor

    LG Köln -226 O 86/13- (PDF – jetzt auch in HTML auf openjur)

Im Antrag (PDF) steht überhaupt nix von Tauschbörse. Auch wenn der Antrag so geschickt formuliert wurde, dass es an Filesharing erinnert, so hätte es den Bütteln doch auf­fallen müssen, dass es hier um Streaming geht. Was sich die Kölner Büttel da geleistet haben, schrammt haarscharf an Rechtsbeugung vor­bei. Das LG Köln sollte umziehen, von der Luxemburger Str. 101 nach 404 😮

Der Auskunftsantrag stammt auch nicht von U+C, sondern von dem Berliner An­walt Daniel Sebastian. Vielleicht haben U+C vor ihrem eigenen Ruf und Namen Angst :mrgreen: Nee, da steckt was anderes dahinter, so ähnlich wie beim An­walts­wech­sel von Uli Hoeneß … den Fehler habe ich als Jungspunt nur einmal ge­macht 🙄 In dem Antrag von RA Sebastian (wahr­scheinlich aus der Feder von U+C) wird nicht nur katzenartig geschickt um das Thema „Streaming“ herum­ge­schli­chen, sondern auch viel Nebel geworfen. Was da „technisch“ gelabert wird zur Art der Beschaffung der IP-Adressen, also da rollen sich mir die Fußnägel auf. Der gleiche Müll steht in der eidesstattlichen Versicherung eines Herrn A. R. (PDF), die, um es vorweg­zunehmen, ein Fall für den Staats­an­walt ist. R*** sagt in der EV zwar nicht ausdrücklich, dass hier die ominöse Software Gladii zum Einsatz gekommen ist, aber er erweckt diesen Eindruck und er bzw. U+C wollen auch, dass dieser Eindruck beim LG Köln hervorgerufen wird. Das ist keine Charade mehr, das ist strafbar. Mein lieber Herr R***, wer hat sie glauben gemacht, bei Gericht würde Jeopardy gespielt?

Angeblich wurde die IP-Ermittlung von einer Firma itGuards Inc. vorgenommen. Die gibt’s seit Januar 2013 tatsächlich in Delaware, wenn das die ist, die ich gefunden habe. Eine Firma im US-Steuer- und Firmen-Paradies Delaware zu gründen, kostet von Deutschland aus ’ne Briefmarke. Warum Herr R***, wohl gelernter Chemielaborant aus Ingolstadt in Ingolstadt für die Inc. so was macht und was ihn dazu qualifiziert (abgesehen davon, dass es selbst Seltsames auf YouTube lädt – das hier ist ja wohl eindeutig urheberrechtswidrig 😛 ), bleibt unerklärt.

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