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putin-bearEuropa warnt und droht Russ­land, also Cheffe Bar­ro­so und Ober-Cheffe Merkel tun das. Vor was? Vor der Ein­mi­schung in der Ukra­ine. Warum? Eu­ro­pa hat Angst. Vor was? Dass sich Russ­land ein­mischt. Warum …. Ok, den Ringel­reihen könn­te ich noch fort­setzen, aber sinn­voll ist das nicht. Lieber ver­suche ich es mit Ge­schichts­unter­richt. Wa­rum hat Eu­ro­pa vor Russ­land Angst? Na weil’s schon immer so war, schon vor Sow­jet-Zei­ten. Weil der russi­sche Bär den Westen be­droht. Des­halb sind schon die Deutsch Ordens­ritter nach Osten ge­zo­gen. heimat-ost Napoleon hatte auch viel Angst und hat des­halb gleich eine ganze Grande Armee nach Moskau ge­schickt. Hat nicht ge­klappt, ist in russi­scher Eises­kälte stecken ge­blie­ben. Adolf der Einzigartige hat es bes­ser ma­chen wol­len und dem „Volk ohne Raum“ Platz im Osten ver­schaf­fen wol­len und ist auch im Schnee stecken ge­blie­ben, dabei hätte das Reich die „Korn­kam­mer Eu­ropas“ (Ukra­ine) und die dortigen Boden­schätze so drin­gend ge­braucht … Sprit für nach Osten rol­len­de Pan­zer. Naja, auch ohne Hitler hat der Wes­ten die Sow­jet­uni­on platt ge­macht. Der schlaue Ronald Reagan hat die Rus­sen und ih­ren Warschauer Pakt ge­nann­ten An­hang ein­fach pleite wett­ge­rüstet, mit Star Wars und so’n neu­mo­di­schen Kram ge­droht. sow-baer Da­ran ist die UdSSR zer­bro­chen und auch der Reste-Nach­fol­ger GUS hat es nicht zu viel ge­bracht. Des­halb muss­te sich Russ­land von vielen Re­publi­ken ver­ab­schie­den. Die bal­tischen Staa­ten ha­ben so­gar die Sei­ten ge­wechselt, von Ost nach West, sind, wie auch Polen etc. jetzt so­gar NATO-Mit­glied und in der EU. Der Balkan-Schild der Sow­jets ist erst zer­brö­selt und dann Rich­tung Westen ge­bombt wor­den. Die Hei­mat der Sow­jet-­Ikone Stalin, Geor­gien, ist nach Westen durch­ge­brannt. In Tei­len des ehe­mals öst­lichen Warschauer Paktes wol­len die Amis Ra­ke­ten zum Schutz des stark er­wei­terten Westens auf­bauen, als Vor­sichts­maß­nah­me ge­gen ira­nische Ra­keten, sagen sie. Al­so, wenn ich Russe wäre, dann hät­te ich so mei­ne Zwei­fel. Den be­rühmten Hunnen­sturm hat es aus Russ­land nie ge­ge­ben, im Gegen­teil wur­den die Rus­sen von den Mon­go­len über­rannt. Die Mongo­len spie­len im Osten zwar kei­ne Rol­le mehr, aber da­für sitzt nun China im Pelz­rücken des russi­schen Bä­ren. Die süd­lichen ehe­ma­li­gen Sow­jet­re­pub­liken haben Allah wieder­ent­deckt und heizen dem Bären mäch­tig ein. Und nun greift der Westen mit dem Sturm­ge­schütz Euro­pa und Euro den letz­ten und größ­ten Han­dels­part­ner aus dem ver­bli­che­nen roten Im­pe­rium an, die Ukra­ine. Also wenn ich Russe wäre, dann wür­de mir Angst und Bange. Kein Wun­der, dass der Bär mal so auf­brüllt, dass es auch in Kiew zu hören ist … in Bärlin so­wie­so. Da fällt mir ge­rade auf, dass der böse Rus­se den gu­ten Westen in den letz­ten 1000 Jahren noch nie an­ge­grif­fen hat. Ein Zar Peter hat sich hier Know-How geklaut und west­liche Philo­sophen waren am Zaren­hof immer will­kommen. Wir Westler ha­ben viel­leicht die Eman­zi­pa­tion er­fun­den, aber die erste Merkel in Euro­pa hieß Katha­rina die Große. Seit die­sen Ta­gen hat Russ­land immer „ge­lie­fert„, wie man jetzt so schön sagt. Selbst im Käl­testen Krieg dur­fte sich Eu­ro­pas Westen am rus­si­schen Gas wär­men. Wenn Russ­land schon mal Brü­der­chen Ukra­ine mit Gas piesackt, mit uns sind sie immer vertragstreu. Der olle Fabergé könnte ein Lied davon sin­gen. Sei­ne Rech­nun­gen sind im­mer be­zahlt worden. Das glei­che Lied wür­de „die olle Witwe Kliko“ singen, die reich wur­de, weil Rus­sen nicht nur Wodka, son­dern gern und viel Scham­pus saufen. Mercedes, BMW 2-bearsetc. hört man auch nicht über offene Rech­nungen für nach Russ­land ge­lie­fer­te Luxus­kar­ren klagen. Al­les was gut und teu­er und westlich ist, das liebt der Bär. Über­haupt, so böse sind Bären gar nicht. Wir hatten doch alle mal einen Teddy­bären. Ein Bär war Mas­kott­chen der olym­pi­schen Spie­le in Moskau, sogar unsere Haupt­stadt Bärlin ver­dankt ihren Namen einem öst­lichen Bären. Sicher, kuscheln muss man mit so ei­nem Bären nicht un­be­dingt, denn er brüllt nicht nur, er hat auch schar­fe Kral­len und Zäh­ne, aber beides zeigt Petzi in der Re­gel nur, wenn er ge­reizt wird. Und selbst dann ver­tei­digt sich der Bär eher pas­siv, brennt zur Not sein eige­nes Land nie­der, sogar die Haupt­stadt, um z.B. den Grande Ar­meen des Westen kei­nen Bo­den zu bieten, in dem sie sich fest­krallen kön­nen. An­greifen, von sich aus Bulle_und_Baer_Frankfurtaggres­siv werden, ganz ohne Anlaß und Grund, das tut der Bär nie. Bör­sianer wis­sen das und des­halb ha­ben sie für das Spiel der Kräfte zwei Symbole. Man kann sie vor der Frank­furter­ Bör­se ste­hen se­hen: den Bären und den Bul­len. Der pas­sive Bär wehrt ab, ver­tei­digt das ge­schaffene, ist meist im Rück­wärts­gang, so­lan­ge er nicht mit dem pel­zi­gen Rücken zur Wand steht. An­ders der ag­gres­sive Bul­le, immer auf Kra­wall ge­bürs­tet, die Hör­ner zum An­griff ge­senkt. Dass wir den Bären mit Russ­land ver­glei­chen kön­nen, habe ich ja schon „an­ge­deu­tet„, aber wer, liebe Leser, ist wohl der Bulle im Kampf West gegen Ost? Nun, ich ge­stehe, das ist rheto­risch und Charging_Bull_statuedie Ant­wort steht auch vor ei­ner Börse, an der Wall Street. In New York hat man al­ler­dings auf den pas­siven Bären ver­zichtet. Dort scharrt nur der „Charging Bull“ mit den Hu­fen. Wer nicht ver­stan­den hat, wie die Rollen auf der welt­poli­tischen Büh­ne ver­teilt sind, der sollte sich die­sen ameri­ka­nischen Bul­len mal ansehen.

Also, wenn der Westen vor dem Osten – warum auch immer – Angst hat, dann könnte es nahe lie­gen, dass auch Russ­land vor dem Westen Angst hat … histo­risch be­trachtet so­gar sehr naheliegend … eigentlich das ein­zig Nahe­lie­gende, denn einen An­griff von Ost nach West hat es nie ge­geben. OK, die sow­je­ti­schen Raketen auf Kuba wa­ren schon fies, aber Chrusch­tschow hat ja schließ­lich wie­der den bäri­schen Rück­wärts­gang ein­ge­legt. Und Ungarn und die CSSR? Nicht ver­ges­sen, damals gab es noch zwei Blö­cke und die muss­ten hege­mo­nial ab­gesi­chert wer­den. Und was ist mit Af­gha­nis­tan … Ich nen­ne diesen „Aus­rutscher“ den „Alexander-Effekt„. Als Alex­an­der der Große Rich­tung Hin­du­kusch zog, da war er über den Zenit seiner Macht schon hin­aus. In der Armee bro­del­te es längst. Zu lan­ge und zu weit war man schon mar­schiert und dann am En­de der Welt ange­kom­men, oder was soll­te sonst hin­ter die­ser Vor-Mauer des Hima­la­ja zu se­hen sein. Aber Kampf eint und so kämpf­te auch die Sow­jetunion ein letztes Mal … in Afgha­nis­tan … und dann kam Gor­batschow. Der Bär hat aus seinem Viet­nam ge­lernt, der Bul­le greift wei­ter an: Gre­nada (zum warm wer­den), Irak, Libyen, bei­nahe Syrien, hätte ihn der Bär nicht ge­schickt aus­ge­tänzelt. Und zum Dank da­für will die EU den Tanz-Bären am Nasen-Ring durch sei­ne alte War­schauer Pakt-Ma­ne­ge zie­hen, die Ukra­ine? Und da wun­dert sich Brüssel und Bärlin, dass Putin brüllt?

Als sich die UdSSR von der Ukra­ine und anderen Sow­jet­re­publiken ver­ab­schie­det hat, da lag das auch da­ran, dass Zen­tral-Russ­land die­se Sa­telli­ten nicht (mehr) durch­füt­tern konn­te, plei­te war. Nun ist Russ­land reich und will sich ein Stück von altem Glanz und Größe zu­rück­kau­fen. Das hat mit dem Ein­fluß­neh­men, vor dem Merkel und Barroso war­nen so viel zu tun, wie das Ein­fluß­nehmen der EU mit dem Druck auf dei darum-cduUkra­ine, Timo­schen­ko usw. Aus Sicht eines ge­schichts­bewuss­ten Rus­sen – und das sind die Bären, im Ge­gen­satz zu uns – greift wieder einmal der west­liche Bul­le an, ob mit Rei­tern, Pan­zern oder Geld, das ist ist völlig neben­säch­lich. Der Bär soll wieder wei­ter zurück ge­drängt wer­den. Warum? Wir brau­chen kei­nen Lebens­raum im Osten. Wir brau­chen kul­turelle Ko­existenz, das was es mit Russ­land seit Jahr­hun­derten ge­ge­ben hät­te, wäre da nicht die eben­so alte und bös­ar­tige Lüge vom bösen rus­si­schen Bären, der uns be­brüllt.

Fotos:
Charging Bull Aseba/Wikipedia, CC 2.0
Bulle und Bär Frankfurt: Eva Kröcher/Wikipedia GNU 1.2