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amazon-studios-tvIn der gedruckten Samstagsausgabe der FAZ (ich weiß, es ist Mittwoch, aber man kann ja nicht im­mer alles gleich lesen) berichtet Patrick Bah­ners über den jüngs­ten Coup von Amazon: TV. Die ers­ten bei­den Serien von Amazon Studios können in den USA von Amazon-Kunden abgerufen werden, drei Folgen umsonst, danach Knete. Die Pro­duk­tio­nen heißen „Alpha House“ und „Beta„. „Gamma“ und „Delta“ sollen unter­wegs sein … kein Witz … Amazon, oder genauer gesagt Jeff Bezos will mit diesem ABC zum Aus­druck bringen, dass die Zeit (-Rechnung) des TV neu be­ginnt, sagt Bah­ners in der FAZ. Alpha und Beta haben poli­tische/wirtschaftliche Themen zum In­halt. Das sei kein Zu­fall, meint Bah­ners und spielt am Ende seines Artikels auf den Kauf der Washing­ton Post durch Bezos an. Am Anfang, in der Über­schrift schreibt Bah­ners: „Alpha House han­delt von Poli­tikern in Washington. Da­hinter steckt Kal­kül.“ Welches Kal­kül, das ver­rät er nicht und nach Lek­türe sei­nes recht ober­fläch­lichen Geschreib­sels habe ich den Ein­druck, Pat­rick Bah­ners hat Angst auszusprechen, was er vermutet und was doch so nahe liegt, denn für Bezos Agieren gibt es ein Vor­bild: Berlusconi. Bezos rollt das Feld aber von vor­ne auf. Mit Amazon hat er die Dis­tri­bu­tions­kanäle und die Kun­den. Die In­halte lieferten bisher An­dere, die Auto­ren. Denen hat Amazon zwar an­geb­lich bereits ins Hand­werk ge­pfuscht, aber bislang nur guten Willens. Um die an­geblich il­le­ga­le Weiter­gabe von In­hal­ten, die sich Kun­den auf das Kindle von Amazon ge­zogen haben, rekon­stru­ie­ren zu kön­nen, wer­den die Buch­inhalte bei jedem Kunden angeblich (ich weiß es nicht, denn ein Kindle, Tolino etc. kommt mir nur über meine Leiche ins Haus) mini­mal variiert, eine Art digi­taler Finger­ab­druck. Das ist zwar illegal, denn es ver­letzt das Ur­heber­recht des Autors, aber was kratzt das den On­line-Ver­sand-Gigan­ten. Nun schafft sich Amazon eigene In­halte, und zwar auf dem manipula­tivsten al­ler Me­dien, dem Fern­se­hen und erreicht als „Start-Up“ auf ei­nen Schlag Mil­lionen von Kun­den. Seltsam, dass „Beta“ von Start-Ups handelt. Nehmen wir mal an, Amazon-TV mani­pu­liert in Fern­seh­sen­dungen „Ge­schich­te“ … ist ja zu­lässig, weil Fiktion … lässt z.B. bei Gettysburg die Süd­staaten gewin­nen. Hey, das habe ich aber anders in Er­inne­rung, denkt sich der Amazon-TV-Kunde und schlägt, be­vor er Alarm schlägt, si­cher­heits­halber im Ge­schichts­buch nach … papier­los, ver­steht sich in der „Schö­nen Neu­en Welt“ und was steht da auf dem nied­lich un­schuldig „Kindle“ hei­ßenden e­Book-­Rea­der: „Bei Gettys­burg wurden die Nord­staaten be­siegt.“ Unser ame­ri­ka­ni­scher Amazon-Total-Kun­de will sich nicht ge­schla­gen ge­ben und ist sich to­tal si­cher, das es anders he­rum war, das Amazon sich irrt, der Kindle auch, und schreibt ei­nen wü­ten­den Brief an die Zeitung, viel­leicht auch nur als Le­ser­brief. Er will alar­mieren, dass Bezos Amazon die Kun­den für dumm ver­kauft, mani­puliert … und was macht „die Zei­tung„? Sie druckt es nicht, denn es ist die Washington Post und die gehört Bezos, sein Back-Up, die alt-medi­ale Rücken­deckung. Das ist doch al­les Ver­schwö­rungs­theo­rie … jupp, aber alle Fak­ten stim­men, nur mei­ne Schluss­folgerung ist speku­lativ. Also, ich stel­le noch einmal die Frage, die ich schon am 12. August 2013 nicht beant­worten konnte: Was will der Leib­haf­ti­ge mit der Washington Post? Macht … im Titel meines Artikels groß ge­schrie­ben … das war kein Schreibfehler!

PS: Hab‘ den FAZ-Artikel auch online gefunden 😆