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poliezeiNein, „Poliezei“ ist kein Schreib­feh­ler, son­dern ein Film, den ich be­son­ders em­pfeh­len möch­te. Der fran­zö­si­sche Strei­fen von 2011 (Ori­gi­nal­ti­tel: Polisse – das war aber ein faute d’orthographe des Soh­nes von Regis­seu­rin Maïwenn Le Besco, die auch selbst mit­spielt) ba­siert auf authen­ti­schen Fäl­len der Pariser Ju­gend­schutz­po­li­zei (BPM) und ist brand­aktuell, wenn man den Fall des Bernd L. im Hinterkopf hat, der am Wo­chen­en­de in Ham­burg-Har­burg ein fünfjähriges Mäd­chen in sei­ne Woh­nung ge­lockt hat und das Kind dort schwer kör­per­lich miss­han­delt und sexu­ell miss­braucht hat. Poliezei könn­te auch in Deutsch­land spie­len. Die er­schüt­tern­den Tat­sa­chen des fran­zö­si­schen Films kom­men auch hier vor. Ich habe ei­nen Teil die­ser Dra­men in 25 Mi­nu­ten zu­sam­men­ge­fasst. Man merkt auch dem kur­zen Aus­schnitt an, dass der Film die Schau­spie­ler an ih­re Gren­zen ge­führt hat. Das gilt ver­stärkt für die mit­spie­len­den Kin­der (Laien­dar­stel­ler). Man kann sich na­tür­lich fra­gen, ob ein Film über krimi­nelle Pädophilie Kin­der ein­setzen darf, aber wie soll man das Thema sonst an­ge­hen, wenn Kin­der da­rin kei­ne Rolle spie­len sol­len, wo sie doch die Haupt­rolle spielen.

Dem Film ist in Kritiken u.a. vorgeworfen worden, dass die Fall-Geschichten nur in kurzen Momentaufnahmen erzählt werden und deshalb der Spannungsbogen schlicht nicht nachvollziehbar sei (critic.de). Diese Kritikerin vermisst wohl die Kripo-Romantik eines Schimanski. Polizeiarbeit ist Routine. Man hat den einen Fall und im nächsten Augenblick den zweiten, dritten usw. Gerade das hek­ti­sche Hüpfen zwischen den Fällen macht den Film realistisch. Ich habe die Sze­nen meiner Zusammenfassung aber so um­ge­schnit­ten, dass Sie die Fälle ver­ste­hen. Im Original wird z.B. der Vater des auf Geheiß der Mutter lügen­den Mäd­chens erst später vernommen und da kann man schon mal den Fa­den ver­lie­ren. Aber mein Um­schnitt ist eben nicht mehr realis­tisch. Der Er­mitt­ler hat Fall A vor sich, muss zu Fall B, C … und dann wieder zwischen­durch zurück zu Fall A. Die Kri­tik von FILMtabs scheint die „Lachnummer“ des Films nicht zu glau­ben, dass ei­ne 14-Jährige ei­nem Jun­gen einen bläst, um ihr Handy wie­der zu be­kom­men (die Szene habe ich un­ge­schnit­ten über­nom­men … keine Angst, es gibt nix zu sehen). Lieber ah­nungs­loser Kri­tiker, das ist All­tag und pas­siert täg­lich über­all ir­gend­wo auch in Deutsch­land. Auch die Razzia im „Zigeunerlager“ habe ich drin gelassen, obwohl sie nicht direkt zum Thema gehört, aber das war die Kritik der Drehbuchautorin und Regisseurin Maïwenn an Sarkozys Roma-Po­li­tik und an der hat sich bei Hollande nix geändert.

Ärgerlich ist in meinen Augen nur der Schluss des Films, aber wahrscheinlich ha­be ich den bloß nicht kapiert. Klar kenne ich die Redensarten von denen, die im­mer wieder auf die Füsse fallen und den anderen, die auf der Fresse landen, aber diese Schlussmetapher ist mir a) zu platt und b) in Bezug auf die Kinder zu optimistisch. Aber ich will nicht zu viel verraten. Schauen Sie sich das Ende im Kino oder auf DVD an (12,99 bei JPC und nein, ich werde nicht von JPC bezahlt, sondern will nur wegführen von Amazon 👿 )

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