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Kant-PortraitWir leben in souveränen Staaten innerhalb der größ­ten Wirtschaftsmacht der Welt, auch wenn uns Wall Street Journal, und US-abhängige Ratingagenturen stän­dig nur die Num­mer 2 oder 3 ein­re­den wollen. Es gibt/gab viele Hoch-Zivisi­la­tionen auf dieser Erd-Kar­tof­fel, aber ob Ming-Dyna­stie oder Mayas, alle folgen nun den Er­ben von Platon, Aristo­te­les, Vol­taire, Kier­ke­gaard, Dan­te, Shakes­peare, Goe­the, Ib­sen, Cer­van­tes, Mo­zart, Beet­hoven, Cho­pin, Ver­di, Rem­brandt, Van Gogh, Pi­cas­so, Curie, Planck, Bohr, Ein­stein & Co. Das sind Sie (und ich). Die heute vor­herr­schende irdi­sche Zi­vi­li­sa­tion hat seit fast 500 Jah­ren ein fes­tes Zu­hau­se: Europa. Seien wir stolz da­rauf. Die­ses Eu­ro­pa wur­de auch von Geis­tern be­flü­gelt, die ich in mei­ner will­kür­li­chen Auf­zäh­lung un­will­kür­lich ausge­las­sen habe. „Krieg und Frieden“ … Tolstoi, oder Dosto­jewskis „Schuld und Sühne“, was wä­ren wir oh­ne sie? Und ja, zum eu­ro­pä­ischen Er­be ge­hö­ren auch Marx, En­gels, Lenin, die Spur, die nach Osten weist. Ame­ri­ka will ich nicht ver­ges­sen, denn als Beute-Deutscher (Schle­sier) habe ich ih­nen und den vie­len Opfern, die sie für die Be­frei­ung von un­serer ei­genen Blöd­heit Hitler ge­bracht ha­ben, auf ewig zu dan­ken. Aber Russ­land hat im WWII 1000 Mal mehr Men­schen für un­sere heu­ti­ge Frei­heit ge­opfert. Wa­rum sind wir Rus­sen ge­gen­über nur so un­dankbar? Wegen Stalin? Schlim­mer als Hitler war der nicht und für den er­war­ten wir Ver­ge­bung von un­serer Ver­gan­gen­heit. Warum ver­zei­hen wir den Rus­sen nicht Stalin. Wir sind doch schuld an ihm.

Ohne Lenin kein Stalin und Lenin haben die Preußen nach Russ­land ge­schmug­gelt, damit er das Za­ren­reich schwächt. Da­bei wa­ren Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. Cou­sins, wie alle Ro­ma­nows deutsche Wur­zeln hat­ten. Seit 300 Jah­ren sind wir mit den Rus­sen ver­wandt und ver­schwä­gert. Rus­sen, die un­ge­lieb­te Ver­wandt­schaft, globe_europe ihr wär­men­des Erd­gas neh­men wir gern an, aber als un­sere natür­lichen Ver­bün­de­ten er­ken­nen wir sie selbst bei ei­nem Blick auf die Welt­kugel nicht. Von Wla­di­wostok über Mur­mansk bis zum Altai, über­all wer­den sie Deutsche fin­den, auch deutsche Na­men, Russ­land-Deutsche. Seit 800 Jah­ren le­ben sie dort und wür­de er noch le­ben, der größte deutsche Phi­lo­soph und Mas­ter of the Uni­vers, Zieh­vater von Hegel bis Lenin, Kant hockte im­mer noch in Kalinin­grad, denn sein Königs­berg hat er nie ver­las­sen (stimmt zwar nicht, ist aber ’ne schöne Le­gen­de). Langer Rede wenig Sinn: Putin ist kein lu­pen­rei­ner De­mo­krat, aber Obama auch nicht (und im Ge­gen­satz zu dem spricht Putin fließend deutsch – und Merkel rus­sisch, die bei­den müss­ten sich doch ei­gent­lich gut ver­ste­hen). Wer die USA nach den Ent­hül­lun­gen der letz­ten vier Mo­na­te im­mer noch für eine zi­vi­li­sier­te De­mo­kra­tie hält, dem kann ich und nie­mand mehr helfen. Oder wie es heute der GUARDIAN aus­drückt: „Wer braucht Fein­de, wenn er sol­che Ver­bün­de­ten hat?

Wir Euro­päer leben in sou­veränen Staa­ten und können uns unsere Freun­de selbst aus­su­chen. Keine ver­dörrte, stran­gu­lieren­de und längst be­zahlte Na­bel­schnur ein­es Marschallpla­nes kann uns daran hin­dern, wenn wir uns end­lich als das be­grei­fen, was wir sind: Europäer, von Paris bis Moskau!