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ivkeulenUm nicht wieder als Meckernder da­zu­ste­hen, vorab eine Entschuldigung/Klar­stel­lung: Die Damen spielen wirklich gut, nicht ganz so überschätzt gut (ich kann’s nicht lassen 👿 ), wie die überschätztere Gei­gen-Mutti, aber wirklich gut. In Holland tauchen sie mit der Regelmäßigkeit eines Kometen auf, den man im Leben einmal sieht. So erging es mir mit Isabelle van Keulen, die ich an ihrem (und meinem 😆 ) Geburtstag vor vielen Jahren in der Kölner Philharmonie gehört habe (hatten die Kölner Deppen doch glatt vergessen zu erwähnen – ob sie sich noch an meine Rose und mein happy birthday als Ersatz erinnert?) Die damals noch sehr junge Dame hatte sich im zarten Alter von 20 Jahren an Henri Vieuxtemps‚ 5. Geigenkonzert (Cover oben) versucht und be­stan­den. Als ich die Philips-Aufnahme gehört hatte, dachte ich, der ein Jahr zu­vor ver­stor­bene Heifetz sei auferstanden. Anders ausgedrückt: Ich war be­gei­stert, was dann auch zu der ungewöhnlichen Geburtstags-Aktivität geführt hat. Das war’s dann auch. Sie spielt noch, in ihrer Provinz.
dacapo
Medial wurde sie 15 Jahre später von der e­ben­falls holländischen Janine Jansen abgelöst … da capo. Die beiden Damen sehen sie links. Nein, es sind keine Schwester (Janine unten). Auch mit ihr geht es wohl zu Ende. Woran ich das merke? Ganz einfach: Immer wenn ein ech­ter Solo-Gei­ger die Jahreszeiten von Vivaldi ein­spielt, fällt ihm/ihr nix mehr ein. Damit auch Män­ner ihr Ko­lo­pho­nium hier weg kriegen: Nigel Kennedy hat seine Karriere so begonnen 😆 und so klingt er auch, der Steh-Punk.

Isabelle versucht nun was Neues auf der Geige: Sie spielt Piazzolla. Das hört sich so an:

Süß … der Hals-Katarrh, aber das Spiel? Liebchen, das konnte Grappelli besser, Tango das muss man im Blut haben.

Das Foto von Isabelle hat Marco Borggreve geschossen und ist royalty free. Beim Foto von Frau Jansen (von deren Webseite) weiß ich’s nicht, ist mir aber auch wurscht!