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Das Folgende ist eigentlich nur eine Gedankenstütze für mich. Ich mache den Beitrag trotzdem nicht (WordPress-)Privat, denn vielleicht kann da draussen im world-wild-web doch jemand was damit anfangen.
love-sacd
Die Frage hat mich nicht in Ruhe gelassen: Was klingt am besten? Es geht wieder oder immer noch um meinen neuen Blu Ray-Player, der keine SACD lesen kann. Dass er das nicht kann, wusste ich vor dem Kauf, denn es stand im Handbuch, das ich mir vorab herunter geladen hatte. Aber diesem Handbuch zufolge kann er auch kein FLAC und tut es doch. Jetzt bin systematisch an die Sache herangegangen. Als Testmaterial diente „Telegraph Road“ von den Dire Straits vom Album „Love over Gold“ (ich liebe es – IMHO ihr bestes, nach dem Live-Album „Alchemy„). Love oder Gold gibt es tatsächlich als SACD, ein Japan-Import, den ich mir besorgt habe. Von dieser Scheibe habe ich „Telegraph Road“ als dff-Datei (das ist die Endung bei SACD-Musik nach einem 😳 ) „entnommen“. Dff können nur zwei mir bekannte Programme verarbeiten: Foobar2000 (Freeware) und dBPowerAMP (keine Freeware). Mit beiden Programmen habe ich das 😳 Original von Telegraph Road konvertiert, in FLAC und WAV, bei 24 Bit Samplingtiefe und folgenden Samplingraten (Angaben in kHz): 44,1 (Red Book-Standard) – 48 – 88,2 (kommt angeblich dem DSD am nächsten) und 96 (dBPowerAMP kann noch mit 192 kHz samplen, aber das schluckt der Player nicht). Mit 16 Bit hab ich nur die normale Love over Gold zum Vergleich mit EAC (Freeware, download via CHIP) geripped, denn das ist normale CD-Qualität. 32 Bit ginge auch, aber was macht es für einen Sinn, die 24-Bit-Sägezähne auf 32 Bit „zu verfeinern“? Keinen … hab’s trotzdem mit 48 und 96 kHz in FLAC und WAV gemacht 🙄 Den Output der Umwandlung habe ich direkt auf USB-Stick gespeichert und verglichen, mit den Ohren und mit Audacity (download via CHIP). Das Testergebnis kann natürlich in Bezug auf die Ohren nicht als allgemeinverbindlich angesehen werden. Nicht zuletzt spielt die wiedergebende Anlage die entscheidende Rolle, insbesondere das letzte Glied in der Kette, die Lautsprecher. Meine Elac Quadriga gilt nicht nur als basslastig, sie ist es auch, und dff-Töne werden von Jedermann als höhenlastig, ja spitz empfunden. Ist auch klar, denn wenn der Frequenzgang einer normalen CD jenseits 16000 Hz in den Keller geht, legt DSD erst richtig los, bis 50000, wenn es sein muss (das kann natürlich kein Mensch hören, aber es macht sich für mich in den Obertönen bemerkbar).

Diese Fähigkeiten des DSD-Verfahrens können die Toningenieure dazu verleiten, beim Abmischen die Höhenregler nach oben zu ziehen. Ich muss daher beim Vergleich zwischen dff und den WAVs der normalen CD darauf vertrauen, dass die Japse dieser Versuchung nicht erlegen sind. Diese Divergenz von Boxen (basslastig) und dff (vermeintlich höhenlasting) gleicht sich in meinen Ohren optimal aus. Ich habe den Test auch über Kopfhörer gemacht. Da hat mir das FLAC-Ergebnis weniger gefallen. Manchmal wird es regelrecht schrill, wenn Mark Knopfler die Töne bis kurz vor den Tonabnehmer seiner Stratocaster zieht (seltsam, aber bei den WAVs war es weniger schlimm).

Aus Rücksicht auf meine Nachbarn habe ich die Testergebnisse nicht in der gebotenen Lautstärke abgespielt. Mit dieser Einschränkung ergibt sich für mich folgende Rangfolge:

And the Winner is …

  • Foobar2000 flac 24/96 ultra mode
    gleichauf mit
  • dBPowerAMP flac 26/96 (ich meine, da stehen die Instrumente enger zusammen, aber vielleicht bilde ich mir das nur ein).

Beim Kopfhörer-Vergleich konnte ich (mit den normalen Treibern – siehe nächsten Absatz) keine Unterschiede heraushören. Nur die 48 kHz-Versionen in FLAC und WAV, die fielen überall auf. Sie sind mehr als doppelt so laut wie der Rest (an den Equalizern beider Programme habe ich nix geändert, alles auf neutral) und die Instrumente stehen viel weniger voneinander abgegrenzt im Raum.

Ich habe noch einen Außenseiter auf Wiedergabeseite ins Rennen geschickt und die Testergebnisse auf dem Laptop per Kopfhörer verglichen, abgespielt in Foobar, wobei die Soundkarte nicht vom Windoof- oder Realtek-Treiber beschickt wurde, sondern von ASIO4all. Das klingt dann nicht mehr schrill, sondern ausgeglichen. Bei meiner Klassik-Referenz-Platte, der Beethoven-Romanze, ist ASIO4all ein Muss, sonst ist Menuhins Violine kaum zu ertragen. ASIO4all (download via CHIP) zu installieren lohnt sich auf jedenfall, wenn man oft klassische Musik mit Kopfhörern vom PC genießt. Bei den PC-eigenen Lautsprechern konnte ich unter ASIO4all keinen Unterschied zu den normalen Soundtreibern feststellen, aber die kleinen Quäker kann man eh vergessen.