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SACDlogoEndlich habe ich etwas gefunden, das meine neue Magic Machine nicht kann. Der Yamaha BRX 610 kann keine SACD (links das Logo) abspielen. Warum sollte sie auch, wo doch Tests ergeben haben, dass der Mensch den Unterschied zwischen „normaler“ Audio-CD und SACD nicht hören kann. Stimmt, aber wenn über dieses Tests berichtet wird, wird verschwiegen, dass es sich eben nicht um „normale“ CDA gehandelt hat mit 44,1 kHz Abtastung und 16 Bit Sampling-Tiefe (Red Book), sondern um High-Resolution-PCM (24bit/176,4kHz). Dass zwischen wirklich normaler CD und SACD ein Unterschied besteht, hört sogar ein Tauber mit Krückstock am Dynamikbereich. Eine CDA bringt es auf etwa 96 dB und die SACD schafft es locker über 120 dB (aber das reizen Sie nur einmal aus und es verabschieden sich ihre Lautsprecher und Trommelfelle und die Nachbarn werden ihnen ganz schnell beim Umzug helfen 😆 ). Dass der Mensch keine Frequenzen um die 50.000 Hz hören kann, die auf der SACD möglich sind, ist klar, aber die Hunde in ihrer Nachbarschaft treiben sie, wenn sie gute Hochtöner haben, in den Wahnsinn und Fledermäuse lassen sich in ihrer Nähe auch nicht mehr blicken.

Dass meine Kiste kein SACD versteht ist unverständlich, denn als Blu Ray-Player weiß sie mit Double-Layern umzugehen und schafft Samples bis 192 kHz. Ich bin der Sache auf den Grund gegangen und habe die Tracks einer SACD gerippt (Thriller von Michael Jackson).

Dabei kommen aus dem Silberling Dateien mit der Endung „.dff“ raus (88,2 kHz, 24 Bit, 5645 kbps), die ich auf mein USB-Stöckchen gezogen habe … Schweigen in der Kiste. Ok, dann mache ich daraus eben WAVs mit den gleichen Einstellungen. Es gibt wohl nur zwei Programme, die dff konvertieren können: Foobar2000 mit entsprechendem Plugin und dBPowerAmp. Die Konvertiten sind zwar nicht PCM-vs-DSDidentischen mit dem Original (die Bitrate wird auf 4233 kbps gesenkt), denn dass den SACD zugrunde liegende DSD wandelt analog in digital ganz anders um, als das PCM der Audio-CDs (Bild rechts – Wikipedia), aber besser gehts nicht, auch nicht mit FLAC, bei dem meine Magic Machine ganz verrückte kbps anzeigt. Ich habe noch mit einer Reihe von Kombinationen rumgespielt, alles bis zur Grenze von 24 Bit/96 kHz – 32 Bit will die Kiste nicht schlucken und 192 kHz bei Stereo auch nicht. Ich habe den Titel Thriller ausgewählt, weil da am Anfang die Schritte „durch den Raum wandern“ (im Clip kommen die Schritte nicht vor). Die räumliche Auflösung bei SACD ist wesentlich besser als bei der Audio-CD. Ich hab’s immer wieder verglichen: Bei der CDA gehen die Schritte nur hin und her, von rechts nach links und zurück. Bei der SACD geht der Typ im Kreis, fast um einen herum (bei Stereo, nix Raumklang – ich werde es aber nochmal mit einem 5.1 Upmix probieren 😯 ). Leider gibt es von „Tales of Mystery and Imagination“ (The Alan Parsons Project) keine SACD. Das Gewitter am Anfang von The Fall of the House of Usher: II. Arrival wäre es wert.

Es gibt eine DTS-Upmix-Version, aber das ist nicht vergleichbar.

Apropos DTS: Auch damit habe ich auf meiner neuen Kiste experimentiert und Verrücktes gefunden. Klar kann die DTS, aber wenn man sie mit einer DTS-Datei direkt füttern will, dann erkennt sie nicht mal den Dateityp. Weil DTS ja nix anderes als ein WAV-Container ist, in dem die sechs Kanäle wieder als Wav verpackt sind (wie die Puppe in der Puppe), habe ich die Endung .dts einfach in .wav geändert. Dann wird die Datei erkannt, aber es kommt nur Rauschen. Das liegt an der Software bzw. den Codecs im Yamaha. DTS bzw. 6-Kanal-WAVs werden nur in Videos vermutet und dann auch problemlos abgespielt. Also habe ich aus einem Foto ein Leer-Video gemacht (geht z.B. mit Windows Movie Maker oder Foto2avi) und in diesen Container eine DTS reingemuxt (mit mkvmerge GUI – ist Teil der MKVToolnix, download via CHIP). Nun spielt er sie einwandfrei. Für diese Tests habe ich von „Love over Gold“ (Dire Straits – die Scheibe habe ich in allen Variationen) die „Telegraph Road“ genommen … da grollt am Anfang auch so ein schönes Gewitter.


Eine andere Möglichkeit DTS auf dem BRX 610 zum Laufen zu bringen, dürfte sein, eine Audio-DVD zu erstellen. Das habe ich noch nie probiert. Ich glaub es wird Zeit :mrgreen: