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PeepholeWas steckt hinter den Codenamen der Schnüffelprogramme, über die GUARDIAN und Washington Post im Juni berichtet haben? Mir geht es nicht um die Ziele von PRISM & Co. Die sind inzwischen hinlänglich bekannt. Nein, die Begriffe selbst geben Rätsel auf. Nehmen wie mal Echelon, den Veteranen unter den Parasiten. Da herrscht schon Streit, was das bedeutet. Eine schiefe Schlachtordnung der Antike ist der Favorit, aber Sinn ergibt das nicht. Echelon nennt man auch Beugungsgitter (oder hier). Auch Nonsens? Vielleicht, aber diese Bedeutung würde eine Querverbindung zu PRISM beinhalten. Beugungsgitter funktionieren ähnlich wie ein Prisma. Echelon diente der Wirtschaftsspionage und dass PRISM (nur) der Terrorbekämpfung dient, wird immer unwahrscheinlicher.

MARINA ist leicht nachvollziehbar, wenn das Programm Unterseekabel von Europa nach USA belauscht. MAINWAY (Hauptweg) zielt auf US-Amerikaner – passt. Stellar Wind für das Filtern des gesamten Internetverkehrs ist eher unpassend. Für das britische Programm TEMPORA (lat. für ZEITEN), das den gesamten Internet- und Telefonverkehr überwacht, habe ich keine Erklärung. Neueste Errungenschaft ist die „böse Olive„. Bei dem Kotnamen hat sich einer Bläschen gedacht: Evil Olive oder deutlicher evilolive ist ein Palindrom, d.h. man kann es vorwärts und rückwärts lesen, wie Otto, Anna oder Rentner. Mit der Olive wurde bis 2011 der internationale Emailverkehr analysiert. Das ist übel (evil), aber was hat das mit Oliven zu tun?

Nix, wenn man dabei an die Frucht des Ölbaums denkt. Aber da gibt es im Hirn noch eine Olive, die Nucleus olivaris, ein Teil der Hörbahn. Das passt wieder, wenn sich die NSA in die „Hörbahn“ des Emailverkehrs einklinkt. Und es hat Bezug zu NUCLEON, der Datenbank, in der der amerikanische Email- und Telefonverkehr gespeichert wird.

Hoffentlich kommen noch mehr Spionage-Programme ans Tageslicht, damit ich weiter rätseln kann 👿

Bild: Staecker/Wikipedia, public domain