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north_korean_haircuts_2005Ich muss zum Frisör. Muss ich wirklich, nicht nur virtuell, um einen neuen Artikel beginnen zu können. Aber ein Artikel im STERN hat mich daran erinnert, dass es mal wieder Zeit ist. Im STERN (und andernorts auch) wird brandheiß darüber berichtet, dass in Nordkorea nur 28 Haarschnitte zugelassen sind, 18 fürs Weiblein und 10 fürs Männlein. Eine Art Haar-DIN. Ob’s stimmt? Solche Berichte machen mich immer stutzig. Also hab ich bisschen rumgegoogelt und gucke da, es a) stimmt nicht und ist b) uralt. Ab 2004 gab es es in Nordkorea eine TV-Serie „Let us trim our hair in accordance with Socialist lifestyle“ (mehr dazu in der englischen Wikipedia), in der Haarschnitte empfohlen wurden. Nun ist eine Empfehlung im Land des nie untergehenden Wahnsinns wahrscheinlich Gesetz, aber wenn es keine Abweichler gäbe, bräuchte es auch kein Gesetz. Ob meine Vermutung stimmt, werde ich nicht durch einen Frisörbesuch in Pjöngjang ausprobieren. Fürs erste muss dieses Video reichen.

Es zeigt den Selbstversuch des WordPress-Bloggers Steve Gong. Anyway. Mich hat das (oder Google bei der Recherche) vom Haar aufs Härchen (sieht komisch aus, ist aber rechtschreibrichtig, analog zum Pärchen) gebracht, genau genommen aufs Schamhärchen. Im SPIEGEL lese ich, dass immer mehr Menschen sich den Schambereich frisieren und es dabei zu Komplikationen kommen kann. Da frage ich mich, warum machen die das (weil sie leiden wollen und es schön finden?). Vielleicht ist es so wie bei meinem Barthaar. Sie hassen es (nicht meine Stoppeln, ihr Schamhaar). Aber der Unterschied besteht darin, dass mein Bart absolut sinnlos ist, Schamhaar jedoch nicht. Man vermutet, dass es dem Mief dient. Die Pheromone, die Männlein und Weiblein anlocken sollen, sammeln sich dort. Sie erinnern sich?

Vielleicht wollen die schamenthaarten also abschrecken? Naja, wenn man genau hinsieht, Origin-of-the-World kann das schon sein. Obwohl, ob ohne oder mit Bart, groß ist der Unterschied nicht. Es ist nicht unbedingt ’ne Augenweide (nix Porno, das ist Kunst. Bild aus der Wikipedia – Gustave Courbet: L’Origine du monde, Musée d’Orsay/Paris).

Wenn man sich den Teppich jetzt mal wegdenkt (kommen Sie bloß nicht auf die Idee ins Musée d’Orsay einen Rasierer mitzunehmen 😯 ), warum heißt das dann noch Scham? Hat doch was mit schämen zu tun.facepalm Wenn man sich schämt, bedeckt man sich (aka Facepalm. Links die wohl berühmteste Gesichtspalme von Jean-Luc Picard, seines Zeichens Captain auf der Entenscheiß). Müsste dann doch Entscham heißen?

Da hab‘ ich wieder Kino im Kopp. Kennen Sie die Party-Szene aus „2 Tage in Paris“, von und mit Julie Delpy? Hab‘ sie leider nur auf (broken) englisch und mit spanischen Untertiteln finden können, aber das ist egal:

So ab 0:50 min. erklärt der auf der Couch rechts von Adam Goldberg Sitzende, warum er „Metro-Tickets“ nicht mag. „Ticket de métro“ nennen Franzosen, was bei Frauen manchmal noch so als ein kleiner Gebetsteppich Hitler-Bartübrigbleibt, auf dem Adam seine Anbetung und Unterwürfigkeit zu Eva zeigen darf. Goldberg assoziiert das dann mit Hitlers Bärtchen (rechts). Yep, das hat was … passt. Mich schreckt das eher ab, aber Andere stehen vielleicht stramm oder bringen wenigstens den rechten Arm aus der Vertikalen.

Mal ’ne Frage an die Frauen: Warum macht ihr das. Für uns Männer oder findet ihr das schön, wenn ja, warum? Im Ernst, mir jagt immer der Blitz durch den Knochen, wenn ich was Pflaumenglattes sehe. Spontaner Gedanke: Ist das noch ein Kind? Bin ich pädophil? Kommt sonst noch jemand auf die Idee, dass das eine Art Lolita-Fetisch ist und wenn es so wäre, wer ist dann der Fetischist, der Mann oder die Frau. Will Frau Lolita sein, oder Mann Lolita haben?

Alles redet von BIO, naturbelassen, und dann das. Ok, mir schmecken die Haare zwischen den Zähnen auch nicht (sind zudem unverdaulich und liegen dann vielleicht schwer im Magen), aber immer noch besser als ’ne stoppelwunde Zunge. Wahrscheinlich bricht hier wieder meine Bart-Manie durchs Gebüsch und ich habe nur Angst meine prüfenden Fingerkuppen testend einzusetzen und mit einer Diskussion über „heute schlecht rasiert“ oder „wie machste das, ich krieg das nie so glatt hin“ alles zu versauen.

Wie komm‘ ich jetzt darauf? Ach ja, ich muss zum Frisör.